„Impfstoff für alle“: Bei globaler Corona-Bekämpfung setzt von der Leyen auf Bill Gates und WHO

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02-09-20 12:53:00,

Politik

12:38 02.09.2020(aktualisiert 14:47 02.09.2020)

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Brüssel will die globale Impfstoff-Initiative Covax mit 400 Millionen Euro unterstützen, sagte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag. Hiermit will man auch ärmeren Drittländern bei der Pandemie-Bekämpfung helfen. Allerdings enthüllt ein näherer Blick auf die Hoffnungsträger der ersten Impfwelle gewisse Engpässe der EU-Pläne.

Es ist schon länger bekannt, dass einzelne EU-Länder, auch Deutschland, beim künftigen Corona-Impfstoff nicht auf die nationale Beschaffung setzen dürfen: dafür schließen die Leute von Ursula von der Leyen im Namen aller 27 Mitgliedstaaten Vorverträge mit Impfstoff-Herstellern. Ein entsprechender Vertrag wurde Ende August bereits mit dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca unterzeichnet – für wenigstens 300 Millionen Dosen. Weitere bis zu 400 Millionen Impfstoff-Dosen will die EU-Kommission dem Tübinger Unternehmen Curevac abkaufen.

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Sputnik / Ramil Sitdikow

Ist der gesicherte Impfstoff nur für die EU-Länder gedacht? Allerdings geht die Impfstoffstrategie der EU weit über die nationalen Interessen hinaus. Diese Strategie werde es ermöglichen, so von der Leyen Mitte August, „Europäer sowie unsere Partner anderswo in der Welt mit künftigen Impfstoffen zu versorgen“. Auch hier wird im Voraus gehandelt.

Deutschland etwa ließ sich schon Mitte Juni auf eine Impfstoff-Allianz mit Frankreich, Italien und den Niederlanden ein. Nun tritt eine weitere Allianz ins Rampenlicht, nachdem von der Leyen am Montag einen entsprechenden „Haftungsbeitrag“ angekündigt hat: Covax. Genau diese internationale Initiative soll Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen Zugang zu dem Impfstoff ermöglichen, sobald dieser verfügbar ist. Die Rede ist quasi von einem „Impfstoff für alle, die ihn brauchen“, überall auf der Welt – ein Ziel, das Brüssel offiziell verfolgt. Wie die versprochenen 400 Millionen Euro genau verwendet werden, soll erst später vereinbart werden. Vorerst handele es sich um eine politische Zusage, so eine Kommissionssprecherin.

Was ist eigentlich Covax?

„Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 ist die dringlichste Herausforderung unserer Zeit – und niemand gewinnt das Rennen, bis alle gewinnen“, heißt es auf der Webseite der Initiative. Als „Angebot“ werden Impfstoffdosen für mindestens 20 Prozent Bevölkerung der Länder angestrebt, einschließlich einer schnellen Lieferung nach der Verfügbarkeit. Ins Leben gerufen wurde die Initiative Ende April auf einer Veranstaltung unter Teilnahme des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Bill & Melinda Gates-Stiftung.

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