Wie seinerzeit im Fall Skripal: Regierung liefert keine Belege für angebliche Vergiftung von Navalny | Anti-Spiegel

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03-09-20 12:29:00,

Die Bundesregierung hat sich festgelegt: Navalny wurde vergiftet. Die Aufregung im politischen Berlin und in den Medien ist groß. Was dabei untergeht: Fakten oder Belege wurden keine vorgelegt. Hier stelle ich die bekannten Fakten zusammen.

Über die angebliche Vergiftung von Navalny habe ich berichtet, nachdem die Charite ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlicht hat. Dort wurde von Symptomen berichtet, die auf eine Vergiftung hindeuten, dass diese Symptome aber auch andere Gründe haben können, wurde nicht erwähnt. Eine konkrete Substanz, die die Symptome hervorgerufen hat, wurde nicht gefunden. Danach gab über eine Woche lang keine weiteren Informationen.

Das hat sich am Mittwoch geändert. Demnach hat die Bundeswehr auf Ersuchen der Klinik die Proben untersucht und die Bundesregierung teilte danach mit, dass die Bundeswehr ein Gift aus der Gruppe Nowitschok gefunden haben will. Hier stellt sich die erste Frage: Die Formel von Nowitschok ist seit fast 30 Jahren allgemein bekannt. Warum haben die anderen Labore das nicht gefunden?

Erklärung der Bundesregierung im Fall #Nawalny. https://t.co/QzFIgdnLUspic.twitter.com/ZBTLlJo4M4

— Steffen Seibert (@RegSprecher) September 2, 2020Passen die Symptome zu Nowitschok?

Nowitschok ist seit den Skripals in aller Munde, obwohl es in dem Fall bis heute keine Beweise für eine Vergiftung mit Nowitschok gibt. Gleiches gilt im Fall Navalny, denn außer einer Erklärung der Bundesregierung gibt es bisher keine Belege. Mehr noch: Sowohl bei den Skripals, als auch bei Navalny passen die Symptome nicht zu Nowitschok, denn Nowitschok wirkt praktisch sofort. Die Skripals hingegen waren nach der angeblichen Vergiftung in ihrem Haus noch stundenlang in der Stadt unterwegs, haben in Ruhe in einem Restaurant Mittag gegessen und erst dann sind sie auf einer Parkbank bewusstlos geworden.

Das gleiche bei Navalny. Wenn er auf dem Flughafen vergiftet worden ist, hat es bis zum Boarding noch einige Zeit gedauert, das Flugzeug ist dann gestartet und auf Reiseflughöhe gestiegen und erst danach wurde ihm plötzlich schlecht. Das bedeutet, die Wirkung hätte erst mindestens eine Stunde nach der Vergiftung eingesetzt. Das allerdings ist bei Nowitschok ausgeschlossen, er hätte noch auf dem Flughafen zusammenbrechen müssen.

Es gab in der Vergangenheit zwei Fälle von nachgewiesenen Nowitschok-Vergiftungen in der Sowjetunion und in Russland. So hat sich ein Techniker in den 1987 Jahren in einem Labor mit einer sehr kleinen,

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