Der Möchtegern-Imperator

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04-09-20 08:32:00,

„Wir werden sieben Milliarden Menschen impfen. (…) Die Menschen denken, sie hätten eine Wahl, aber sie haben keine Wahl. (…) An die gesamte Welt: Wir werden erst wieder zur Normalität zurückkehren, wenn wir die Bevölkerung geimpft haben.“

So äußerte sich Bill Gates gegenüber der Financial Times im April 2020.

Eigentlich sollte man meinen, dass wir durch die westliche Popkultur und im Besonderen durch mittlerweile 24 James Bond-Filme mit repetitiven Antagonisten-Klischees gegen die Beeinflussung durch derlei Gestalten „geimpft“ sein sollten. Doch jetzt haben wir mit Bill Gates eine Figur real vor uns, die zahlreiche Klischees der Bond-Gegenspieler erfüllt — und kaum jemand erkennt das. Vermutlich könnte er selbst mit weißer Katze auf dem Schoss dasitzen und im Imperativ — oder sollte man lieber sagen: „Impferativ“ — seine weltumspannenden Impfpläne verkünden — und dennoch würde nur ein kleiner Teil der Bevölkerung aufschreien. Doch sehen wir uns mal zwei seiner Aussagen an:

Allein nach diesem Halbsatz müsste prompt der RTL-Andreas um die Ecke kommen und mit einem „Haaaalt Stopp!“ intervenieren. Warum? Weil danach nichts Vernünftiges mehr kommen kann!

Wir werden sieben Milliarden Menschen X. Die Variable X kann hier durch ein beliebiges Vorhaben ersetzt werden, am Ende ist diese Aussage immer problematisch. Denn selbst wenn das X mit einem dem ersten Anschein nach edlen Motiv besetzt wird, bleibt die Aussage absolutistisch.

Mal angenommen, das X steht für „Menschen mit Essen und Trinken versorgen“. Also: „Wir werden sieben Milliarden Menschen mit Essen und Trinken versorgen.“ Das klingt doch erst einmal super! Immerhin sterben jeden Tag 25.000 Menschen den Hungertod, Tendenz durch die Corona-Maßnahmen stark steigend. Würde man sich wirklich anschicken, den Welthunger in die Geschichtsbücher zu verbannen, hätte man nach spätestens 24 Tagen mehr Menschenleben gerettet, als innerhalb von sieben Monaten Menschen mit einem positiven PCR-Test — also an oder mit Corona — sterben.

Sieht man jedoch näher hin, klaffen sehr schnell erste Problemlöcher auf. Erstmals stellt sich die Frage: Wer ist „wir“? Ist das ein selbstloser, wahrhaftig philanthropischer Verein oder etwa ein Start-up, welches eine tolle technische Möglichkeit entwickelt hat, den Welthunger zu stillen? Eine Methode, die dem hungernden Teil der Bevölkerung Hilfe zur Selbsthilfe verschafft, sodass diese es getreu dem Maria-Montessori-Prinzip „Hilf mir es selbst zu tun“ fortan vermögen,

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