Der unbestechliche Wahrheits-Algorithmus

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04-09-20 08:17:00,

Der unbestechliche Wahrheits-Algorithmus

Merkels-Wahrheits-App im ersten Funktionstest

von Egon W. Kreutzer, Elsendorf

Wäre es nicht wunderschön, gäbe es auf dieser Erde jemanden, oder etwas, dem es gelingt, in jeder strittigen Frage schnell und ohne Restzweifel, die Wahrheit zu erkennen?

Die KI-Forscher des Neuköllner Instituts für konstruktives Denken (NIFKOD) sind der Lösung nahe und haben den Prototypen eines Algorithmus vorgestellt, der den Anforderungen bereits weitgehend entspricht. Noch bestehende „Kinderkrankheiten“, die im Testbetrieb mit ausgewählten Nutzern aufgefallen sind, sollen bis Jahresende behoben sein. Dann soll das Programm für 99 Euro als App zum Download für alle Plattformen erhältlich sein, allerdings wird es zunächst nur an lupenreine Demokraten abgegeben, um möglichen Missbrauch zu verhindern.

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Wir haben uns mit dem Chef-Entwickler, Herrn Linus Gutwahr, über das Projekt und die Strategien der Software bei der Wahrheitsfindung unterhalten.

EWK: Herr Gutwahr, seit der erste Philosoph vom Himmel gefallen ist, gilt „die Wahrheit“ als das größte, sich seiner endgültigen Feststellung stets entziehende Abstraktum der Geisteswissenschaften. Wie kommt man auf die wahnwitzige Idee, etwas so Ungreifbares wie die Wahrheit mittels einer App von nicht mehr als 1,5 Megabyte unfehlbar dingfest zu machen?

heiko_maas_aussenminister_kriegstreiber_kriegsrethorik_internetzensur_netzwerkdurchsetzungsgesetz_netzdg_kritisches_netzwerk_meinungsfreiheit_ueberwachung_sozialdemokrat_spd.pngLinus Gutwahr: Nun, da muss ich mich in aller Bescheidenheit zurücknehmen und zugeben, dass die Idee dazu nicht in unserem Institut entstanden ist. Es war der damalige Justizminister, Heiko Maas, der in der Arbeit am Netzwerkdurchsetzungsgesetz nach einem einfachen Instrument suchte, das den Vollstreckern der Löschungsersuchen in den sozialen Netzwerken Rechtssicherheit verschaffen könnte. Wir wollten uns ja eigentlich weigern, weil wir den Ansatz für vollkommen unrealisierbar hielten, doch dann haben wir halt doch lieber die fünf Millionen genommen, die für die erste Studienphase ausgeworfen wurden, und uns an die Arbeit gemacht. Und das hat sich gelohnt.

EWK: Es ist Ihnen also mit Ihrem Algorithmus so etwas gelungen, wie das Ei des Kolumbus, die Quadratur des Kreises oder die Umkehr des Zeitpfeils?

Linus Gutwahr: Bitte, bitte – übertreiben Sie nicht. Was wir gemacht haben, ist eine ganz und gar bodenständige Arbeit. Geschaffen haben wir eine App, die einfach nur feststellt, ob etwas wahr oder unwahr ist.

EWK: Das ist mir immer noch unvorstellbar. Die Welt ist voller unbekannter und nur halbverstandener Fakten, sie ist voller Meinungen, Auffassungen, Annahmen, Theorien,

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