Von Polizei überwacht: München isolierte von Februar bis August zwangsweise 21 Quarantäneverweigerer

von-polizei-uberwacht:-munchen-isolierte-von-februar-bis-august-zwangsweise-21-quarantaneverweigerer

06-09-20 03:42:00,

Gesellschaft

10:56 05.09.2020(aktualisiert 11:43 05.09.2020)

Zum Kurzlink

21 sogenannte „Quarantäneverweigerer“ sind in den vergangenen Monaten in München zwangsweise in einem Hotel untergebracht und dort von der Polizei bewacht worden. Dies berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Verweis auf das städtische Gesundheitsreferat.

Auf Nachfrage der Zeitung bestätigte das Referat für Gesundheit und Umwelt der Stadt München am Freitag, dass in der Zeit von Februar bis August 2020 insgesamt 21 Münchner auf diese Weise isoliert wurden. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Bei den Betroffenen, die in München wohnhaft und „zumeist jüngeren Alters“ seien, handle es sich offenbar sowohl um Personen, die sich selbst mit dem Coronavirus angesteckt hatten, als auch um Kontaktpersonen von Infizierten, die sich ebenfalls selbst in Quarantäne hätten begeben müssen – und das einfach nicht taten.

Die Zwangsabsonderung sei bei Gericht „nach Ausschöpfung anderer Maßnahmen, insbesondere einer verstärkten Ansprache mit Appellen an die Einsichtsfähigkeit“ beantragt worden. Die juristische Grundlage für die zwangshafte Isolierung sei das Infektionsschutzgesetz.

Die Polizei habe bestätigt, dass sie mit „wenigen Streifenwagenbesatzungen“ vor Ort war.

In dem Hotel seien die Betroffenen sozialpädagogisch betreut und „umfangreich verpflegt“ worden.

Eine „medizinische Zwangsbehandlung fand natürlich nicht statt“, zitiert die SZ den Sprecher des Gesundheitsreferats.

Zurzeit gebe es keine zwanghaft Isolierten in der Stadt: „Aktuell wird in München keine Zwangsabsonderung vollzogen“, teilte das Gesundheitsreferat mit. Die Münchner Polizei habe dies bestätigt.

asch/ae

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: