Das Frauentrio der weißrussischen Opposition und wer die Fäden zieht, an denen sie hängen | Anti-Spiegel

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07-09-20 06:10:00,

Im wöchentlichen Nachrichtenüberblick des russischen Fernsehens war Weißrussland natürlich ein wichtiges Thema, das in mehreren Beiträgen behandelt wurde. Am interessantesten war aber wohl ein Beitrag, der sich das von den westlichen Medien gefeierte Frauentrio näher angeschaut hat, das angeblich die Opposition anführt.

Bemerkenswert an dem Trio ist, dass keine der drei Frauen Präsidentin werden will. Bestenfalls will Tichanowskaja, die unversehens in die erste Reihe geraten ist, Übergangspräsidentin bis zur Neuwahl sein. Und auch das aber offensichtlich nur widerstrebend. Das lässt tief blicken, denn keine der Frauen hat ein politisches Programm. Daher dürfte es kaum eine Verschwörungstheorie sein, wenn man sich fragt, wer denn hinter diesen Damen die Fäden zieht.

Das sind völlig offen die Staaten des Westens. Für die dumme Öffentlichkeit wird zwar behauptet, die EU-Staaten würden sich nicht in die inneren Angelegenheiten Weißrusslands einmischen, aber das ist gelogen, wie ich schon vor einiger Zeit mit Belegen aufgezeigt habe. Und seit dem sind neue Belege hinzugekommen.

Am Stärksten ziehen die baltischen Staaten und Polen die Fäden. So hat das lettische Außenministerium ganz offen im Detail mitgeteilt, welche Hilfen es Tichanowskaja seit Sommer leistet und wie es für sie die nötigen internationalen Kontakte geknüpft hat. Und Litauen hat weitere 150.000 Euro an die weißrussische Opposition gegeben, um die „Zivilgesellschaft und die unabhängigen Medien“ zu fördern. „Unabhängige Medien“ sind solche, die gegen Lukaschenko und für die vom Westen unterstützte Opposition sind, ich jedenfalls habe – obwohl ich auch ein unabhängiger Journalist bin – noch nie Geld von EU-Staaten erhalten oder angeboten bekommen, um meine unabhängige Arbeit zu unterstützen.

Und es sind auch diese Staaten, die auf Sanktionen gegen Weißrussland drängen. Da Deutschland und Frankreich aber nicht begeistert von der Idee sind, harte Sanktionen zu verhängen, ist Litauen zum Beispiel schon mal vorgeprescht und hat eigene Sanktionen gegen 118 Weißrussen – inklusive Präsident Lukaschenko selbst – verhängt. Die EU konnte sich nur auf eine Nicht-Anerkennung der Wahl einigen, aber nicht auf neue Sanktionen gegen Weißrussland.

Wie offen die Doppelmoral des Westens ist, zeigte auch diese Aussage von Tichanowskaja, die sie im litauischen Fernsehen gemacht hat:

„Wenn wir die Regierung nicht dazu bringen können, mit uns in einen Dialog zu treten, müssen wir uns an die EU oder unsere Nachbarn wenden,

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