Die Revolution ist fällig. Aber sie ist verboten.

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07-09-20 08:10:00, Albrecht Müller: «Die Revolution ist fällig!», 192 Seiten, Westend Verlag, 16 Euro

Von aussen betrachtet leben wir in einer Demokratie. In seinem neuen Buch „Die Revolution ist fällig – aber sie ist verboten“ zeichnet der Publizist und Bestsellerautor Albrecht Müller ein ganz anderes Bild – mit stichhaltigen Argumenten.

Vor 40 Jahren begann eine schleichende Veränderung unserer Wirtschaft, unserer Politik, unseres Lebens. Die neoliberale Ideologie hat in dieser Zeit bleibende Schäden angerichtet, Strukturen verändert, Bewährtes zerstört. Wir leben heute in einer anderen Welt.

Die Verteilung von Vermögen und Einkommen wird immer ungerechter; die Staatsgewalt geht nicht vom Volke aus, sondern vom Großen Geld; Finanzkonzerne und Monopolisten beherrschen das Wirtschaftsgeschehen auch in Europa und Deutschland; Parteien sind zunehmend von Karrieristen und Lobbyisten bestimmt; und auch unsere Außen- und Sicherheitspolitik ist fremdbestimmt. Statt der versprochenen Abrüstung herrscht Aufrüstung, statt gemeinsamer Sicherheit Kriegsbeteiligung. Kurzum: Neoliberale Ideologie und Praxis beherrschen die Lande.

Albrecht Müller, seit siebzig Jahren politisch engagiert, kommt zu dem Fazit: Was es braucht, sind radikale Veränderungen, nichts weniger als eine Revolution. Nach Ansicht des Autors wird sie allerdings nicht kommen, aber vielleicht die Bereitschaft für große positive Reformen.

Der Autor nennt die Werte, die eine veränderte, eine neue Gesellschaft prägen könnten: gute Regeln anstelle von Deregulierung, Marktwirtschaft anstelle von Monopolen, Solidarität anstelle von Egoismus, Wahrheit und Aufrichtigkeit anstelle von Propaganda. Ein aktuelles Beispiel für die Einsicht, dass sich grundlegend etwas ändern könnte: Noch zu Jahresanfang 2020 war die Schwarze Null in aller Munde – heute ist der Glaube daran erschüttert und es wird erkannt, wie wichtig die Leistungen des Staates sind. Solidarität statt Egoismus könnte mehrheitsfähig werden. Albrecht Müller liefert wichtige Denkanstöße für eine gerechtere und effiziente Gesellschaft.

Albrecht Müller, 1938 in Heidelberg geboren, ist Diplom-Volkswirt, Bestsellerautor und Publizist. Er ist Herausgeber der NachDenkSeiten. Müller leitete Willy Brandts Wahlkampf 1972 und die Planungsabteilung unter Brandt und Schmidt. Von 1987 bis 1994 war er für die SPD Mitglied des Deutschen Bundestages. Zu seinen Büchern zählen „Die Reformlüge“, „Machtwahn“, „Meinungsmache“ sowie „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“.

I. Einführung

Von außen betrachtet haben wir eine schöne Demokratie. Formal gesehen gibt es die Chance zum politischen Wechsel. Es finden Wahlen statt. Von außen betrachtet werden wir gut regiert und es geht uns gut.

Tatsächlich stimmt der schöne Satz unseres Grundgesetzes,

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