Das Statistik-Rätsel

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09-09-20 08:32:00,

„Im Jahr 2020 sind bis zur Kalenderwoche 32 in Deutschland mehr Menschen verstorben — und es sind weniger Menschen verstorben.“

Im Grunde ließe sich der folgende Beitrag in diesem Satz zusammenfassen. Das klingt unlogisch? Ich weiß! Aber wenn man die Zahlen des Robert Koch-Instituts, RKI, und des Bundesamtes für Statistik gegenüberstellt, dann wäre genau dies die Aussage.

Aber da auch mir das unlogisch erscheint, habe ich mir die Zahlen auf Bundeslandebene angesehen. Was ich dort sehe, macht mir die Dinge aber nicht verständlicher. Im Gegenteil! … Es sei denn, man würde annehmen, das RKI oder aber das Bundesamt für Statistik hätten für die Gesamtzahlen einfach mal das Vorzeichen vertauscht.

Bevor ich mich aber zu den Zahlen äußere, hier schon einmal für alle Interessierten eine Grafik, die die Zahlen im Vergleich zeigt.

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Der Zeitraum reicht von der Kalenderwoche 1 bis 32. Dargestellt sind die vom RKI angegebenen Covid-Toten sowie die Abweichung der gesamten Toten in Deutschland zum Durchschnitt der letzten drei Jahre, also von 2017 bis 2019. Die Daten sind sortiert nach der Höhe der Abweichung.

Zunächst ist auffällig, dass die jeweiligen Angaben der Covid-Toten in den Bundesländern keinerlei Zusammenhang mit der tatsächlichen Übersterblichkeit im jeweiligen Land haben. Und in elf Bundesländern sind bisher weniger Menschen verstorben als im Durchschnitt während der letzten drei Jahre. Alle Länder zählen aber Covid-Tote.

Ohne Covid-19 wäre 2020 wohl ein historisch gesundes Jahr und es schneidet auch mit Covid-19 nicht schlecht ab.

Obwohl in Deutschland bis zur 32. Kalenderwoche 9.281 Covid-Tote gezählt wurden, sind im gleichen Zeitraum trotzdem insgesamt 9.510 Menschen weniger verstorben als im Durchschnitt der letzten drei Jahre.

Da uns aber immer wieder vermittelt wird, dass Sars-CoV-2 ein neuartiges Virus ist, könnte man also ableiten, dass ohne Covid-19 bisher etwa 18.791 Menschen weniger verstorben wären als im Durchschnitt. Das entspräche dann etwa 85 Toten weniger pro Tag beziehungsweise etwa 3,2 Prozent weniger Todesfälle. Für diejenigen, denen das wenig erscheint: Für Sterbestatisik-Schreiber und Geldanleger sind 3,2 Prozent ein richtig, richtig hoher Prozentsatz. Für Geldanleger jedenfalls heutzutage und in Zukunft erst recht.

Nordrhein-Westfalen weist unter den Bundesländern mit 1.804 die dritthöchste Zahl an Covid-Toten aus. Gleichzeitig ist es dort „gelungen“, 3.144 Menschen weniger sterben zu lassen als im Durchschnitt der drei letzten Jahre.

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