Der heilige Gral der Gegenaufklärung

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11-09-20 01:35:00,

In den großen meinungsbestimmenden Medien, den Leitmedien, hat die Vokabel „Verschwörungstheorie“ Hochkonjunktur. Sie wird dort benutzt, um kritische Debatten inhaltlich zu beschränken, und zielt von ihrem Wesen auf eine gesellschaftliche Ächtung von Andersdenkenden. Dies geschieht unter Einbeziehung weniger williger Akademiker, die mit Hilfe von pseudowissenschaftlichen Methoden diese Debatte legitimieren. Das gilt für die gegenwärtige Debatte um die Beschränkungen der Bürgerrechte im Zuge der Atemwegserkrankung COVID-19, wie auch für die bald zwanzigjährige Debatte um den 11. September 2001.

ANSGAR SCHNEIDER, 11. September 2020, 5 Kommentare

In den Leitmedien fehlt eine sachgerechte und wissenschaftliche Debatte zum 11. September vollständig (1,2,3). Stattdessen wird die kritische Debatte über das Verbrechen in einen pseudowissenschaftlichen oder rassistischen Kontext eingebettet, was unter Benutzung des suggestiven Wortes „Verschwörungstheorie“ (manchmal auch: „Verschwörungsmythos“ oder „Verschwörungsideologie“) geschieht. Die suggestive Wirkung dieses Begriffes verdeckt dabei die fehlende Sachlichkeit der Debatte. An zwei Beispielen – stellvertretend für eine Vielzahl sehr ähnlicher medialer Beiträge (4) – sei dieses in den Leitmedien vorzufindende Muster kurz dargelegt:

1. In einem Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem Titel „Jüdische Weltverschwörung, UFOs und das NSU-Phantom“ wird erklärt:

„Alles, was wir gelernt haben oder zu wissen glaubten, ist falsch: Der Holocaust hat nie stattgefunden, Rudolf Heß sich nicht selbst umgebracht. Er wurde ermordet. Die Elite der Nazis lebt am Südpol und bereist von dort aus mit Flugscheiben die Welt und andere Planeten, der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) ist eine Erfindung der Geheimdienste, 9/11 von der amerikanischen Regierung inszeniert. An allem, jedenfalls, sind die Juden Schuld … Das sind Verschwörungstheorien.“ (5)

2. Die Süddeutsche Zeitung nennt unter dem Titel „9/11, Aliens und Elvis – Unsterblich verschworen“ zehn „Verschwörungstheorien, die sich hartnäckig halten“ (6):

„Die wahren Drahtzieher des 11. September“ seien „die Bush-Regierung“, „die CIA“ oder „die Juden“
„,Barak Obama ist kein Bürger der USA’“
„,Die jüdische Weltverschwörung’“
„JFKs wahre Mörder“
„,Die gefälschte Mondlandung’“
„Illuminaten, Freimaurer und die neue Weltordnung“
„,Das HI-Virus wurde in US-Biowaffenlabors entwickelt’“
„Außerirdische und Area 51“
„Bill Gates ist der Teufel“
„Lady Di wurde ermordet, Elvis [Presley] lebt, Paul [McCartney] ist tot.“

Diese Beispiele spiegeln die Verwendung des Wortes „Verschwörungstheorie“ in den Leitmedien sehr akkurat wider. Eine inhaltliche Gruppierung dieser – wie auch weiterer – Beispiele zeigt,

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