Die Herrschaft der Monopole und Oligopole

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12-09-20 05:03:00,

Google Irland. Bild: Outreach Pete/CC BY-2.0

Seit 40 Jahren verändert die neoliberale Ideologie unser Leben, hat in dieser Zeit bleibende Schäden angerichtet, Strukturen verändert, Bewährtes zerstört. Ein Beispiel ist die beherrschende Marktmacht einiger Monopolfirmen

Die Meinungsführer in der gesellschaftspolitischen und wirtschaftspolitischen Debatte sind durchgehend Marktwirtschaftler. Sie preisen Markt und Wettbewerb. Aber in der Praxis drücken sie die Augen zu, wenn es um Microsoft, Google, Amazon, Facebook und eine Reihe anderer meist US-amerikanischer Firmen geht. Das ist schon komisch. Denn die Empfehlungen der theoretischen Ökonomie und der Theorie der Marktwirtschaft sind eindeutig.

Da gibt es zum Beispiel die aus Erfahrung gewonnene Erkenntnis, dass die Marktteilnehmer in der Regel dazu tendieren, Marktmacht zu erreichen, also ein Oligopol – die aufgeteilte und abgesprochene Macht einiger weniger – oder sogar ein Monopol zu ergattern. In jedem Fall versuchen sie, mit Konkurrenten Absprachen zu treffen. Deshalb ist es zur seit Langem feststehenden Regel geworden, dass Wettbewerb geschützt werden muss.

Wie bedeutsam diese einfache Erkenntnis ist, kann man schon daran sehen, dass eigens Institutionen zum Schutz des Wettbewerbs geschaffen worden sind. In Brüssel gibt es einen Wettbewerbskommissar beziehungsweise eine -kommissarin. In Deutschland gibt es ein Bundeskartellamt.

Es fällt nun auf, dass die Erkenntnis vom notwendigen Schutz des Wettbewerbs keine große Wirkungsmacht entfaltet: Wir haben ein Quasi-Monopol von Google. Weitere Unternehmen aus der gleichen Ecke verfügen über ähnliche Marktmacht: Microsoft, Facebook, Twitter, Instagram, Amazon. Kann man bei den Diensten von Microsoft wirklich von Wettbewerb sprechen? Und selbst bei Amazon? Das ist inzwischen ein so großes und eingefahrenes Unternehmen, dass man es als Quasi-Monopol betrachten muss. Bei allen zusammen wagen die Vertreter des öffentlichen Interesses, also unsere Politikerinnen und Politiker, nicht mehr, die Grunderkenntnisse der Theorie der Marktwirtschaft anzuwenden.

Und die Verantwortlichen beachten bei ihren sonstigen Entscheidungen auch nicht, wie diese Entscheidungen auf die Marktsituation in den erwähnten Bereichen wirken. Ein aktuelles Beispiel dazu: Der Lockdown wegen Corona hat mit der damit verbundenen Schließung der Läden des Einzelhandels – mit Ausnahme der Lebensmittelläden und der Baumärkte – zu einer massiven Stärkung der Marktposition von Amazon geführt. Wahrscheinlich wird daraus eine nachhaltige Stärkung, weil sich jetzt Menschen, die noch nicht daran gewöhnt waren, über das Internet einzukaufen, umorientieren. Die Marktmacht von Amazon wird deshalb wachsen. Aber das rührt niemanden,

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