EU-Exportschlager Gift: Syngenta ist Nummer Eins

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12-09-20 04:55:00,

Tobias Tscherrig / 12. Sep 2020 –

Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta ist Exportkönig von Pestiziden, die in der Schweiz und Europa verboten sind.

Eine Datenrecherche von «Public Eye» und der Investigativ-Abteilung von Greenpeace UK, «Unearthed», zeigt, in welchen Massen die Europäische Union Pestizide exportiert, die auf ihrem Boden verboten sind. Agrochemiekonzerne liefern die gefährlichen Produkte vor allem in Länder mit schwächeren Pestizidvorschriften, wo die Gesundheitsrisiken hoch sind.

Auch die Schweiz ist mit von der Partie: Zwischen 2012 und 2019 exportierte sie insgesamt mehr als 180 Tonnen Pestizide, die in der Schweiz aufgrund ihrer Gefährlichkeit verboten sind. Gemäss Informationen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) wurden aus der Schweiz sechs verbotene Pflanzenschutzmittel in rund 15 Länder Asiens, Afrikas, Südamerikas und Osteuropas ausgeführt.

Aus der Schweiz wurden zwischen 2012 und 2019 verbotene Pestizide vor allem nach Brasilien, Indien und Südafrika exportiert. (Quelle und grössere Auflösung: Martin Grandjean)

Sowohl in der Schweiz als auch in der EU ist der Basler Agrochemiekonzern Syngenta Exportkönig dieser gefährlichen Produkte.

Schweizer Gifte für die Welt

Der Chemieriese Syngenta exportiert aus der Schweiz auch veraltete und hochgiftige Produkte, die bereits seit Jahren auf dem Markt sind (Infosperber berichtete). «Public Eye» beruft sich auf Zahlen des BAFU: Diese zeigen, dass Syngenta 2019 rund sechs Tonnen Gesagard von der Schweiz nach Georgien exportierte. Ein Herbizid, dass auf der Basis von Prometryn hergestellt wird und vor allem im Karotten-, Sellerie- und Baumwollanbau verwendet wird. Prometryn ist seit 1962 auf dem Markt und gehört zur gleichen Familie wie Atrazin, dass die Fortpflanzung und die Entwicklung von Föten beeinträchtigen kann. Beim Abbau von Prometryn kann zudem Melamin entstehen. Eine Substanz, die von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft wird.

2018 führte der Basler Konzern rund 37 Tonnen Profenofos aus der Schweiz nach Brasilien aus, wo das Insektizid zu den am häufigsten im Trinkwasser nachgewiesenen Substanzen zählt. Profenofos ist seit 1975 auf dem Markt. Es ist mit dem Giftgas Sarin verwandt und kann bei chronischer Exposition bereits in niedrigen Dosen die Gehirnentwicklung von Kindern schädigen. Auch bei Landwirtinnen und Landwirten kann Profenofos schwere Vergiftungen verursachen.

Im Jahr 2017 wurden rund 125 Tonnen Diafenthiuron aus der Schweiz nach Südafrika und Indien exportiert.

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