Ölkatastrophe mit Ansage vor der Küste Jemens

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14-09-20 09:04:00,

Die FSO Safer ankert vor der Küste Jemens. 160 Millionen Liter Rohöl drohen auszulaufen.
© Weather Channel

Die FSO Safer ankert vor der Küste Jemens. 160 Millionen Liter Rohöl drohen auszulaufen.

Monique Ryser / 14. Sep 2020 –

Das Auslaufen von 160 Millionen Liter Rohöl ins Rote Meer rückt täglich näher. Nun soll eine UNO-Mission das Schlimmste verhindern.

1000 Tonnen Rohöl sind im Juli vor der Küste der Touristeninsel Mauritius ins Meer geflossen und haben immense Schäden angerichtet. Die Welt nahm und nimmt grossen Anteil an der Havarie, die Fauna und Flora des Meeres und der Küsten des tropischen Paradieses für Jahrzehnte schädigen oder gar zerstören.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit droht am Roten Meer eine noch viel schlimmere Katastrophe (Infosperber berichtete): Vier Seemeilen vor der Westküste Jemens ankert die FSO Safer. Das Schiff diente als vorgelagerter Hafen für die Verschiffung von Rohöl und ist mit einer 430 Kilometer langen Pipeline mit dem jemenitischen Ölfeld Ma’rib verbunden. 2015 wurde der schwimmende Ölspeicher von den Huthi-Rebellen gekapert und unter ihre Macht gebracht. Seither wird er nicht mehr gewartet, rostet er vor sich hin und verkommt zusehends. Nach fünf Jahren Bürgerkrieg, 20 Millionen vertriebenen und hungernden Menschen, Ernteausfällen und massiven Schäden nach flutartigem Regen droht dem Land im Süden der arabischen Halbinsel ein weiteres Unglück riesigen Ausmasses: Bereits sind beim einwandigen Tanker Lecks festgestellt worden, ein Teil des Schiffs brach ab und die Pumpen, die die giftigen Gase abtransportieren sollten, funktionieren nicht mehr. Jeden Tag kann die Katastrophe eintreten – eine Explosion, ein Auseinanderbrechen oder ganz einfach das Durchbrechen des Öls durch die Tankerwand. «Sobald Öl ausläuft, haben wir verloren, dann ist game over», schreibt die Meeresschutzorganisation Ocean Foundation. Sie hat sich bereit erklärt, als glaubwürdiger Mittler eine Vereinbarung zum Entladen der FSO Safer auszuhandeln. Bis anhin ohne Erfolg.

Krieg verhindert Lösung

Der Tanker lief 1976 vom Stapel und wurde von Esso Japan eingesetzt. 1986 kaufte ihn die jemenitische Öl und Gas Gesellschaft, heute Safer Exploration & Production Operation Company, und baute ihn zu einer schwimmenden Um- und Abladestation (Floating Storage and Offloading) für Rohöl um. Doch seit 2015 ist das Schiff nurmehr ein Spielball im politischen Hickhack in der Region, wo seit 2015 offener Krieg herrscht: Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen brachten es damals in ihre Gewalt.

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