Fall Navalny: Welche begründeten Zweifel an der “zweifelsfreien” Vergiftung einen zur Verzweiflung bringen | Anti-Spiegel

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15-09-20 10:00:00,

Der Fall Navalny wird immer merkwürdiger und man bekommt das Gefühl, dass sich die deutsche Regierung mittlerweile sehr unwohl mit ihrer Geschichte fühlt, Navalny sei vergiftet worden. Jedenfalls versucht die Bundesregierung derzeit, von sich abzulenken und die Verantwortung für die Vorwürfe gegen Russland auf andere abzuschieben.

Es ist ein merkwürdiges Theater, das wir derzeit erleben. Die Bundesregierung hat im Brustton der Überzeugung mitgeteilt, Navalny sei „zweifelsfrei“ mit Novitschok vergiftet worden. Nur Beweise bleibt die Regierung schuldig. Man soll ihr einfach glauben. Dann kam die Meldung, auch andere Labore hätten die These bestätigt. Aber die Organisation zur Überwachung des Verbots chemischer Waffen (OPCW), das für solche Fälle zuständig ist, bekam ebenfalls keine deutsche Laborergebnisse, sondern nur einen Brief mit den aus der Presse bekannten Behauptungen. Die Regierungssprecher verwickelten sich bei dem Thema auf Nachfrage in Widersprüche.

Aber der Reihe nach. Die „zweifelsfreie“ Vergiftung

In Russland haben die Ärzte keine Hinweise auf eine Vergiftung von Navalny gefunden. Auch die Charite hat in ihrer eigene Untersuchung nur Symptome für eine Vergiftung gefunden, die aber auch andere Ursachen haben können. Erst ein Bundeswehrlabor (also eine der Bundesregierung gegenüber weisungsgebundene Behörde) will dann angeblich Novitschok in Proben von Navalny und an einer Flasche gefunden haben. Vom Bundeswehrlabor gibt es dazu keine Presseerklärung, es gibt keine vorgestellten Laborergebnisse, es gibt lediglich die Erklärungen von Kanzlerin, Ministern und Regierungssprechern, denen wir alle blind glauben sollen.

Dabei haben sich die Regierungssprecher in Widersprüche verwickelt. Zuerst haben sie verkündet, die Testergebnisse seien der OPCW übergeben worden. Dann aber hat der russische Vertreter bei der OPCW gemeldet, dass das nicht stimmt, es sei lediglich ein kurzer Brief gekommen, der das wiederholt, was man auch in der Presse lesen kann. Aber weder Proben, noch Laborergebnisse habe Deutschland übermittelt.

Auf Nachfrage mussten die Regierungssprecher dem russischen Vertreter Recht geben und ihre ursprüngliche Erklärung richtigstellen und erklärten dann, man habe die OPCW „in Kenntnis gesetzt“, was aber etwas ganz anderes ist, als „die Testergebnisse sind der OPCW übergeben“ worden.

Fall Nawalny: Bundesregierung verstrickt sich in WidersprücheFall Nawalny: Bundesregierung verstrickt sich in Widersprüche
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Um ihre Version zu bestätigen, die deutschen Laborergebnisse – die niemand bisher gesehen hat – seien korrekt, hat die Bundesregierung dann nachgelegt und in einer Pressemeldung mitgeteilt, auch Labore in Schweden und Frankreich seien zu dem gleichen Ergebnisse gekommen:

„Die Bundesregierung hat zudem mit Frankreich und Schweden weitere europäische Partner um eine unabhängige Überprüfung des deutschen Nachweises anhand erneuter Proben von Herrn Nawalny gebeten.

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