Kriegsgefahr?

kriegsgefahr?

17-09-20 12:06:00,

Diese Frage wird nicht zum Spaß gestellt, auch nicht, um Angst zu machen. Die Gefahr ist größer, als die Mehrheit denkt. Zur Begründung verweise ich auf drei von mehreren besorgniserregenden Entwicklungen: Erstens auf die Geschwindigkeit und Aggressivität, mit der an der Spirale des Feindbildaufbaus gedreht wird. Zweitens auf die damit verbundene und daraus entstehende Gefahr des Stimmungsumschwungs in Russland und der damit wahrscheinlich verbundenen Förderung aggressiver, nationalistischer, auf das Militär und die militärische Stärke setzender Kräfte. Drittens auf die innere Entwicklung der Anrainerstaaten im Baltikum, in Polen und in anderen osteuropäischen Staaten. Dass dort gezündelt wird, ist eher wahrscheinlich, als auszuschließen. Zur Erläuterung greife ich auch auf frühere Texte, ein Interview mit Willy Wimmer und auf einen Leserbrief zurück. Albrecht Müller.

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Erstens: Die Geschwindigkeit und Aggressivität, mit der die Spirale des Feindbildaufbaus gedreht wird

Die in Zeiten der Entspannungs- und Friedenspolitik geltende Regel, alles zu tun, um Vertrauen zwischen den Konfliktparteien in West und Ost aufzubauen, und alles zu unterlassen, auch Äußerungen zu unterlassen, die Misstrauen säen, wird heute locker beiseitegeschoben. Wenn ich wie in dieser Anne-Will-Sendung und in vielen anderen Medienereignissen, Artikeln und Sendungen höre und lese, wie Politikerinnen, Politiker und andere Personen draufschlagen, mit Unterstellungen arbeiten oder einfach nur Etiketten verteilen, dann erschrecke ich. Ich hätte diese Dreistigkeit und Aggressivität nicht für möglich gehalten.

In einem früheren NachDenkSeiten-Beitrag, datiert mit dem 4. März 2014, habe ich eine einschlägige interessante Passage gefunden, die die Veränderung hin zum aggressiven Feindbildaufbau gut belegt. Dort heißt es zur Einführung des Artikels:

Das “heute journal” vom 3. März (2014, der Verfasser) sendete ein Interview mit Egon Bahr. Auf die Frage danach, ob es Krieg geben werde, beruhigte Bahr die Gemüter mit dem Hinweis, wir bräuchten das Gas der Russen und die Russen wollten unser Geld.

Damals hatte ich diese Einschätzung Egon Bahrs schon hinterfragt. Ich zitiere weiter:

Bei aller Hochachtung für Egon Bahr: er verkennt die Eigendynamik der ideologischen Wiederaufrüstung und die Rolle des Propagandakrieges, er missachtet die Gefährlichkeit der stattgefundenen und stattfindenden Destabilisierung, also der ideologischen und mit Waffen und Geld betriebenen Wühlarbeit. Zum Beispiel: Wenn die rechtsradikalen Kräfte in der West-Ukraine und in Kiew ihre Kommandos in den Osten schicken und unter russischstämmigen Einwohnern ein Blutbad anrichten,

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