Das Ende der Finanzdiktatur

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18-09-20 12:57:00,

Geld ist eine großartige Erfindung. Dank ihr können tatsächlich Äpfel mit Birnen verglichen werden. Und wenn wir etwas tauschen möchten — etwa Äpfel gegen Birnen —, müssen wir nicht darauf warten, einen Tauschpartner zu finden, und in der Zwischenzeit Angst haben, dass unsere Äpfel verderben. Stattdessen tauschen wir einfach. Äpfel gegen Geld und Geld gegen Birnen. Dabei sparen wir uns sogar noch die Feilscherei darum, wie viele Äpfel denn nun eine Birne ergeben. Das regelt der Preis für uns, also letztlich Angebot und Nachfrage.

Es gibt nur ein Problem bei der ganzen Geschichte. Dummerweise fehlt es zumeist genau dort an Geld, wo es am dringendsten benötigt würde. In einem solchen Fall mag schnell der Eindruck aufkommen, es sei generell zu wenig Geld vorhanden. Ein Eindruck, der sich bei einem unbedarften Blick auf den Staatshaushalt eines x-beliebigen Landes nur weiter verfestigt. Scheinbar gibt es weit und breit kein Land auf dieser Welt — gut, die britischen Jungferninseln und Liechtenstein mal ausgenommen —, welches nicht gegen einen gigantischen Schuldenberg ankämpfen muss. Ist das nicht der unumstößliche Beweis dafür, dass schlicht und ergreifend zu wenig Geld vorhanden ist?

Vermutlich werden Sie den Denkfehler schon bemerkt haben.

Schulden existieren nicht einfach im luftleeren Raum. Schulden hat man. Bei irgendjemandem.

Egal, ob dieser Irgendjemand jetzt der Nachbar ist, gegen den man eine Wette verloren hat, oder eine Bank, die einem den Bau eines Eigenheims ermöglicht hat. Und dieser Irgendjemand, bei dem man verschuldet ist, besitzt auch immer eine gewisse Macht über einen selbst. Je größer die Schuld, desto größer diese Macht.

Betrachten wir unter diesem Aspekt einmal die globale Staatsverschuldung. Diese lag im Jahr 2019 bei 53 Billionen — 53.000.000.000.000 — Dollar. Da stellt sich die Frage, bei wem sich die Staaten dieser Welt denn so hoch verschuldet haben. Oder provokanter formuliert: Wer ist der Gläubiger der Welt?

Ein Bericht von Oxfam aus dem Jahr 2017 liefert hierfür einen wichtigen Fingerzeig und verdeutlicht, welch seltsame Blüten unser aktuelles Wirtschaftssystem so zu treiben vermag. In „An Economy for the 99%“ kommen die Autoren zu dem Schluss, dass „die reichsten acht Milliardäre so viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung“ — eine Situation, die man durchaus als skandalös und pervers bezeichnen kann und die sich durch die Coronakrise noch weiter verschärft hat (1).

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