Nawalny-Anschlag: Verwirrende Wege der Nowitschok-Flasche

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18-09-20 12:27:00,

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Wurde Nawalny bereits im Hotel vergiftet? Sind die Nowitschok-Spuren auf der Flasche Grundlage der Analyse des Bundeswehrlabors? Höchste Zeit für die Bundesregierung, für Klarheit zu sorgen

Der Anschlag auf den russischen Oppositionskritiker und Korruptionsaufklärer Alexei Nawalny nimmt immer abstrusere Züge an. Wir berichten darüber so ausführlich, weil der Fall ein weiteres Beispiel für die nebulösen Schachzüge im neuen Kalten Krieg zwischen der Nato und Russland ist. Dazu gehören beispielsweise der Magnitski-Fall, der Abschuss der MH17, der Giftgasanschlag in Duma, die Hackerangriffe während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 oder der Nowitschok-Anschlag auf die Skripals. Erwähnen könnte man auch den Giftanschlag auf den russischen Oppositionspolitiker Kara-Mursa 2017, der in einem russischen Krankenhaus behandelt wurde und überlebte. Seine Frauen hatte Proben in die USA schicken können, die vom FBI analysiert wurden, das Ergebnis wurde jedoch als geheim klassifiziert (Hintergründe zu Nowitschok und Giftanschlägen auf russische Oppositionelle). Wie auch Mainstream- oder Qualitätsmedien – seltsame Bezeichnungen – mitsamt der Politik funktionieren, lässt sich auch hier ganz gut erkennen: Von der Superspreaderin, die keine Superspreaderin war.

Nachdem lange Zeit die Vermutung verbreitet worden war, Nawalny sei vermutlich mit dem Tee, den er im Flughafen Tomsk vor dem Abflug getrunken hatte, vergiftet worden, brachten Spiegel und Zeit aufgrund von unbekannten Quellen eine Wasserflasche ins Spiel, auf der Nowitschok-Spuren vom Bundeswehrlabor gefunden worden seien, was bedeuten würde, er hätte das Gift nicht getrunken, sondern über die Haut aufgenommen.

Die Flasche und die Identifizierung einer Nowitschok-Verbindung

Gestern veröffentlichte das FBK-Team von Nawalny nun ein Video, das am 20. August aufgenommen worden sein soll. Es soll zeigen, wie Mitarbeiter des Opfers eine Stunde nach dessen Kollaps im Flugzeug sein Hotelzimmer in Omsk durchsucht, dabei u.a. zwei angebrochene Wasserflaschen des Hotels gefunden und diese nach Berlin geschickt haben. Was damit bezweckt werden soll, schrieben sie auch deutlich: Nawalny sei schon im Hotelzimmer vergiftet worden, nicht erst im Flughafen (Nach seinem Team wurde Nawalny im Hotel in Tomsk vergiftet).

Dann allerdings retweetete Kira Jarmisch, die Sprecherin von Nawalny, einen Tweet von Sobol Lubov, ebenfalls aus dem Team, der dann doch wieder alles offen lassen soll: “Es ist wichtig zu verstehen: “Es gab Spuren von Nowitschok auf der Flasche im Hotel, aber das bedeutet nicht, dass Navalny durch eine Flasche Wasser vergiftet wurde.” Das Wasser selbst soll,

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