Wurde die Corona-Krise geplant?

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18-09-20 12:35:00,

Wie begann die Corona-Krise? Und wie wurde sie zum Medienereignis? Untersucht man den genauen Ablauf der Ereignisse im Januar 2020, dann ergeben sich überraschende Einsichten – und manche Fragen. Ein Auszug aus dem neuen Buch „Chronik einer angekündigten Krise“.

PAUL SCHREYER, 18. September 2020, 3 Kommentare

Zu Silvester 2019 begann sich die Corona-Krise in den Medien zu entfalten – zunächst noch zaghaft und unscheinbar. Die erste Meldung tauchte am 31. Dezember auf und lautete:

„Eine mysteriöse Lungenkrankheit ist in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen. Bislang seien 27 Erkrankte identifiziert worden, berichtete die Gesundheitskommission der Stadt. Gerüchten im Internet, es könnte sich um einen neuen Ausbruch der Lungenseuche Sars handeln, trat die ‘Volkszeitung’ entgegen. Die Gesundheitskommission berichtete, viele der Infektionen könnten auf den Besuch des Huanan-Fischmarktes von Wuhan zurückgeführt werden. Die Erkrankten seien in Quarantäne untergebracht worden. Sieben seien in einem ernsten Zustand.“

Diese dpa-Meldung, die offenbar auf einer Nachricht der Agentur Reuters basierte, die wiederum auf eine Pressemitteilung des Gesundheitsamts der Stadt Wuhan zurückging, wurde in Dutzenden deutschen Medien veröffentlicht, erregte allerdings, mangels erkennbarer Relevanz, kein weiteres Aufsehen.

Dass 27 Erkrankte (nicht etwa Tote) am anderen Ende der Welt überhaupt zu einer Agenturmeldung in Deutschland und anderen westlichen Ländern führten, ist erklärungsbedürftig. Die Tatsache, dass Nachrichtenagenturen diese Information für veröffentlichungswert hielten, hing fraglos mit den im Bericht erwähnten „Gerüchten im Internet“ zusammen (von wem eigentlich verbreitet?), in denen spekuliert worden war, die 2003 epidemisch aufgetretene und seither wieder verschwundene Lungenkrankheit SARS könne womöglich neu ausgebrochen sein. SARS war vielen noch in lebhafter Erinnerung, da das Phänomen damals über Wochen hinweg für weltweite Schlagzeilen gesorgt hatte. Alle ersten Berichte über die „mysteriöse Lungenerkrankung“ verwiesen auf den 17 Jahre zurückliegenden SARS-Ausbruch. Das war der Kontext, der überhaupt erst das Interesse schuf.

Bereits zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung setzte eine Informationskontrolle ein. Laut einem chinesischen Bericht vom 1. Januar 2020 hatte die Polizei in Wuhan mehrere Menschen festgenommen, die „falsche Informationen“ zu dieser Krankheit im Internet verbreitet hätten, was zu „negativen gesellschaftlichen Auswirkungen“ geführt habe. Die Polizei ermahnte die Bürger der Stadt, „keine Gerüchte zu glauben oder in Umlauf zu bringen“ und für „ein harmonisches, sauberes Internet“ zu sorgen – Empfehlungen, die bald auch in Deutschland populär werden sollten.

Über den Beginn der Epidemie herrschte Unklarheit.

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