Der Niedergang

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19-09-20 08:23:00,

Nach persönlichen Anfeindungen und einem gegen ihn gerichteten Kesseltreiben emigrierte Engels von Brüssel in die osteuropäische Peripherie nach Warschau. Sein neuestes Buch „Was tun? Leben mit dem Niedergang Europas“ erschien im Renovamen-Verlag in der 2. Auflage, 2020. Ich will dieses Buch hier nicht besprechen, stattdessen dem Demokratischen Widerstand einige Anregungen geben.

„Wann wird es soweit sein, dass die europäische, vielleicht gar die westliche Welt implodiert?“, fragt Engels. Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte der Dunkelheit, seien die voraussichtliche Folge einer allen Traditionen und Werten entfremdeten „Zivilisation“, so Engels.

Der desaströse Zustand der westlichen Staatenwelt sei das Ergebnis des Zusammenspiels zahlreicher Kräfte und Faktoren.

Um nur einige zu nennen: die Macht des Finanzkapitals und die erschreckenden Komplizenschaft der Politik, die Reichtumskonzentration, die zu erwartende Massenarmut, die gezielte Kulturzerstörung, endlose Kriege und Flüchtlingsströme, die geförderte Massenmigration mit dem Ziel gesellschaftsspaltender Desintegration, die verheerenden Auswirkungen der Mainstream-Medien auf den Geisteszustand der Mehrheitsbevölkerung, die Psychopathologie der Machtzentren, die gezielte Verdummung der jungen Generation durch miserable Bildung und in deren Folge die Zerstörung ihrer Urteilskraft.

Den kritischen Geistern ist dies alles bekannt, und auch wenn ich Engels‘ konservativer Fundierung, seiner Idealisierung des Mittelalters und des christlichen Glaubens nicht folge, so kann der Widerstand David Engels‘ Einschätzungen zum Zustand des Abendlandes sicher in weiten Teilen folgen.

Was Engels‘ Buch für mich wertvoll macht, sind seine Schlussfolgerungen, die in ihrer Radikalität und Konsequenz ihresgleichen suchen: Er vollzieht den totalen Bruch mit dem durch und durch verkommenen Herrschaftsbetrieb der kollabierten westlichen Demokratien, distanziert sich aber auch von der gehirngewaschenen, konsumfixierten, sinnentleerten Untertanen-Mehrheitsgesellschaft und ruft zum Widerstand gegen den Staat als Herrschaftsinstrument dominanter Interessen korrupter Parteien und deren Satrapen auf. Auch gelte es, die Sprache zurückzuerobern und „die tatsächliche Bedeutung der Worte wiederherzustellen“.

Die Mehrheitsgesellschaft sei hoffnungslos verloren, eine Auseinandersetzung mit ihr führe in aller Regel zu nichts und sei darum Energieverschwendung. Von lernresistenten Menschen des eigenen persönlichen Umfeldes müsse man sich dem eigenen Seelenfrieden zuliebe trennen.

„Wenn der Preis für unsere Ehrlichkeit mit uns selbst die Feindseligkeit unserer Nächsten und Bekannten ist, wie könnte man da einen Augenblick zögern, diese ihrem Schicksal zu überlassen, denn welchen Wert kann ein Leben schon haben, das dauerhaft auf der herablassenden Duldung und der Angst vor dem scheelen Blick der anderen beruht? Und man wird sehen,

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