Paul Schreyer zu Covid-19: „Es ist an der Zeit, die Notbremse zu ziehen“

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21-09-20 09:18:00,

„Auf der einen Seite die reinen Fakten und auf der anderen die wilden Theorien. Diese Sichtweise ist sehr naiv.“ Das sagt der Journalist und Autor Paul Schreyer im Hinblick auf die Diskussion in den Medien zum Thema Coronavirus. Der Herausgeber des Online-Magazins Multipolar hat sich für sein aktuelles Buch „Chronik einer angekündigten Krise – Wie ein Virus die Welt verändern konnte“ mit Covid-19 auseinandergesetzt und ist der Frage nachgegangen: Was geschieht hier eigentlich? Im NachDenkSeiten-Interview sagt Schreyer, dass es in Sachen Corona längst nicht nur um die „reine Wissenschaft, sondern auch um Politik“ geht. Schreyer spricht über das „Event 201“ und verrät, was es mit dem Begriff „Biosecurity“ auf sich hat. Von Marcus Klöckner.

In Sachen Corona geht es nicht nur um „reine Wissenschaft, sondern auch um Politik“. So schreiben Sie es in Ihrem Buch. Wie ist das zu verstehen?

Für mich ist dieser Gedanke ganz zentral. Wenn man sich die öffentliche Debatte anschaut, mit Drosten, Wieler und den anderen in den Medien präsenten Experten, dann könnte man den Eindruck gewinnen, es ginge um eine Auseinandersetzung zwischen seriösen Wissenschaftlern und verwirrten Verschwörungstheoretikern. Also auf der einen Seite die reinen Fakten und auf der anderen die wilden Theorien. Diese Sichtweise ist sehr naiv. Das wird schon bei den Grundbegriffen des aktuellen Streits deutlich. Zum Beispiel ist der Ausdruck „epidemische Lage nationaler Tragweite“ gar nicht medizinisch definiert. Das wird politisch festgelegt, je nach Mehrheit im Bundestag. Auch der Begriff „Pandemie“ ist alles andere als eindeutig definiert. In einer Publikation der WHO heißt es dazu, dass die Erklärung des Pandemiefalls „von einer Vielzahl willkürlicher Faktoren abhängt“.

Es geht also, man muss das betonen, immer auch um Politik und um eine individuelle Bewertung durch die jeweils Verantwortlichen. Darum führt es in der Sache nicht weiter, sich hinter „der Wissenschaft“ verstecken zu wollen. Die Entscheidungen werden politisch gefällt und müssen auch von Politikern begründet werden. Wenn es dann, wie aktuell in Bayern, im Rahmen einer juristischen Auseinandersetzung von Seiten der Regierung heißt, es gäbe überhaupt keine Akten zum Entscheidungsverlauf, dann macht das sprachlos. Damit wird jede Verantwortung, jede Rechenschaftspflicht geleugnet. Dabei war und ist keine der getroffenen Entscheidungen alternativlos. Nötig ist bei so weitreichenden Beschlüssen eine öffentliche, transparente Abwägung.

Lassen Sie uns zuerst einmal aufgreifen,

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