Mehr Fluch als Segen

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22-09-20 07:31:00,

Im Testansatz befinden sich im Wesentlichen die Probe des Testteilnehmers, kurze RNA-Stücke, sogenannte Primer, und ein Enzym. Die Primer haben eine bestimmte Sequenz, die jeweils eine bestimmte Stelle in der Virus-RNA erkennen kann. An diese Stelle lagern sich die Primer an. Im Testansatz befinden sich 2 verschiedene Primer mit unterschiedlichen Sequenzen, das sogenannte Primerpaar. Das Enzym verdoppelt dann die Virus RNA, die zwischen diesem Primerpaar liegt. Dies wird mehrfach wiederholt.

Im 1. Zyklus werden somit aus einem Virus RNA Strang 2 Stränge, nach 2 Zyklen sind es 4, nach 3 Zyklen 8, nach 30 Zyklen circa 50.000.000, nach 40 Zyklen etwa 250.000.000.000 und nach 45 Zyklen circa 15.000.000.000.000. Es liegt also ein exponentielles Wachstum vor. Am Anfang verläuft der Anstieg noch recht langsam, aber irgendwann „geht es dann richtig ab“. Dies kann „live“ verfolgt werden, da bei jeder Produktion eines RNA-Stranges ein Marker frei wird. Die Markerkonzentration kann dann nach jedem Zyklus gemessen werden. Die Anzahl der Zyklen, bei der „es dann ab geht“, wird als ct Wert bezeichnet. Je mehr Virus-RNA sich in der Probe befindet, desto schneller ist dieser Punkt erreicht, und desto kleiner ist der ct Wert.

Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass in der Probe das Virus nicht nachgewiesen werden konnte. Dies kann daran liegen, dass der Getestete nicht infiziert ist. Es kann aber auch daran liegen, dass

  • die Probe nicht korrekt genommen, gelagert, transportiert oder aufgearbeitet wurde,
  • ein Fehler bei der Durchführung des Tests gemacht wurde,
  • die Infektion noch am Beginn ist, und die Viruslast daher sehr niedrig,
  • nur ein Rachenabstrich genommen wurde, die Infektion sich aber auf die unteren Atemwege beschränkt.

Ein negatives Ergebnis macht auch keinerlei Aussage, ob eine Immunität vorliegt. Zudem kann sich jeder negativ Getestete vielleicht am nächsten Tag schon irgendwo anstecken. Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt hierzu auf seiner Webseite: „Von einer ungezielten Testung von asymptomatischen Personen wird aufgrund der unklaren Aussagekraft eines negativen Ergebnisses lediglich Momentaufnahme in der Regel abgeraten“ und „Allerdings kann auch bei wiederholt negativen RT PCR Nachweisen aus Naso bzw. Oropharyngealabstrichen eine Infektion nicht vollends ausgeschlossen werden“ (1).

Ein positiver Test kann bedeuten, dass in der Probe SARS CoV 2 Virus RNA vorhanden war. Er sagt aber nichts darüber aus,

  • ob jemand wirklich an Covid 19 erkrankt ist,

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