Nord Stream 2 und das transatlantische Fracking-Dilemma von Regierung und Grünen | Anti-Spiegel

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22-09-20 07:38:00,

Der Fall Navalny hat bei den Kritikern von Nord Stream 2 Hoffnungen geweckt, das Projekt doch noch in letzter Minute stoppen zu können. Erstaunlich dabei: Die Alternative zu der Pipeline wäre genauso klimaschädlich, wie Kohle, was aber vor allem die Grünen nicht zu stören scheint.

Russland sagt immer wieder, Nord Stream 2 sei kein politisches, sondern ein wirtschaftliches Projekt. Diese Aussage ist insofern korrekt, weil die EU (und vor allem Deutschland) in den nächsten Jahren sehr viel mehr Erdgas benötigen werden. Die Gasförderungen in der Nordsee sind rückläufig, die Quellen dort und in Norwegen haben den Höhepunkt ihrer Fördermengen überschritten und werden in Zukunft immer weniger Gas fördern. Da jedoch allein durch den in Deutschland beschlossenen Ausstieg aus Kohle und Atomkraft der Bedarf an Erdgas in die Höhe getrieben wird, sind zusätzliche Gasinporte unvermeidlich. Erdgas – Die umweltfreundlichere Alternative zur Kohle

Erdgas ist von allen fossilen Ernergieträgern noch der umweltfreundlichste, wenn man der Logik des menschengemachten Klimawandels folgt, denn es setzt bei der Verbrennung weit weniger CO2 frei, als andere Energieträger. Daher wird Erdgas auch gerne als „Übergangstechnologie“ bezeichnet, die nach dem Ausstieg aus Kohle und Atomkraft die Energieversorgung sichern soll, bis irgendwann mal die Energieversorgung aus regenerativen Energien gesichert werden kann.

Ob das sinnhaftig, realistisch oder auch nur möglich ist, soll hier nicht das Thema sein. Es geht hier um die Argumentation der Grünen und aller anderer Parteien, die diese Politik fordern und in Gesetzesform gießen.

Erdgas soll also die Folgen des Kohle- und Atomausstieges abfangen. Nur wenn es nach den Grünen geht, dann soll das bitte schön kein russisches Gas sein. Das ist merkwürdig, denn egal, wie man zu Russland steht, Russland hat sich seit nunmehr 50 Jahren auch in den größten politischen Krisen als zuverlässiger Lieferant erwiesen, wenn man seine Rechnungen nur pünktlich bezahlt. Hinzu kommt, dass das russische Erdgas das billigste ist, das man in Europa bekommen kann. Flüssiggas und Fracking

Während die Grünen in jedes Mikrofon plappern, dass sie komplett gegen jede Form von Erdgas sind – was auch Nord Stream 2 einschließt – unterstützen sie hinter den Kulissen und von den Medien unbemerkt den Ausbau der Infrastruktur für Flüssiggas. Flüssiggas (oder LNG) wird verflüssigt, in Tankern transportiert und dann in speziellen Terminals entladen. Diese Art des Transports ist – unabhängig von der Art der Förderung – wesentlich teurer,

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