Weitere Zeugen im Assange-Verfahren bekunden die Bedeutung der Wikileaks-Veröffentlichungen

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22-09-20 07:26:00,

Die Auslieferungsanhörung USA vs. Julian Assange ist nun in die vierte Woche gegangen, wenn man die erste Woche im Februar mitzählt. Weiterhin gibt es massive Zugangsprobleme für Beobachter aller Art, aber was im Gerichtssaal gehört wird, sollte eigentlich eher für den Angeklagten sprechen, wenn hier wirklich Recht gesprochen werden soll. Nachfolgend ein weiterer Bericht aus London, aus dem Gerichtsgebäude und vom Geschehen drumherum (Stand: 21. September 2020). Von Moritz Müller.

Es ist 7 Uhr am Morgen, Donnerstag, 17. 9. 2020, und vor dem zentralen Londoner Strafgerichtshof Old Bailey weht ein kühler Wind und ich lasse die letzten Tage der Auslieferungsverhandlung gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange Revue passieren.

In den letzten drei Tagen ist es mir gelungen, partiell Einlass auf die Besuchertribüne zu erhalten. Das ist nicht so einfach, denn von den 32 Plätzen für die Öffentlichkeit sind aufgrund von Covid-Beschränkungen offiziell nur 5 Sitze für die Öffentlichkeit erhältlich. Aber von denen wiederum sind 3 Sitze für VIPs reserviert, die bisher aber noch nicht erschienen sind. Trotzdem erklären uns die Gerichtsdiener, dass diese 3 Plätze erst eineinhalb Stunden nach Verhandlungsbeginn freigegeben werden, und gestern musste ich nochmals 10 Minuten länger warten und verpasste somit die komplette Aussage des NDR-Journalisten John Goetz, der zur Zeit der Veröffentlichung der Dokumente für den Spiegel arbeitete. Aber zum Glück gibt es ja einige andere Beobachter, die versuchen, der Verhandlung zu folgen, und die ihre Beobachtungen, teilweise auch in Echtzeit, an die Öffentlichkeit weitergeben. Oder hier eine Zusammenstellung der verschiedenen Beobachter, die meisten jedoch auf Englisch.

Allerdings ist die Besuchertribüne nicht in dem Saal, in dem die Verhandlung stattfindet, sondern im Nebenraum, wo wir andere Journalisten dabei beobachten, wie sie das Geschehen auf einem relativ großen Videomonitor, von dem wir leider nur die Rückseite sehen, verfolgen. Der Monitor für die Besuchergalerie befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite des 80 Sitze und teilweise Tische enthaltenden Raumes und es ist fast unmöglich, auf der vielleicht 100 cm Bildschirmdiagonale irgendetwas auszumachen. Zumal der Bildschirm geteilt wird, wenn Zeugen per Videoübertragung erscheinen, was bis jetzt zumeist der Fall war, da die Zeugen bisher hauptsächlich außerhalb des Vereinigten Königreichs ansässig sind. Diese Zeugen sind dann recht gut erkennbar, aber die Tonqualität ist leider oftmals nicht so gut, es gibt ein gewaltiges Echo oder die Stimmen klingen so,

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