Atemberaubende Kindheit

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23-09-20 09:02:00,

Als erfahrene Sprachtherapeutin, ehemalige Sonderschullehrerin und als Heilpraktikerin für Psychotherapie beobachte ich in den letzten Monaten mit Sorge, was die Corona-Maßnahmen und die Gesetze der „neuen Normalität“ insbesondere für die Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft bedeuten.

Ein aktuelles Geschehen, das mir im August 2020 von einem Lehrer aus Baden-Württemberg zugetragen wurde, gab den endgültigen Anlass, mich hierzu öffentlich zu äußern. Es geht dabei um eine erzwungene Isolationsquarantäne für Kinder aus zwei Grundschulklassen, die Unterricht bei einer Lehrerin mit positivem Corona-Testergebnis hatten (1). 46 gesunde Kinder mussten nach der Testung der Lehrerin in eine Isolations-Quarantäne gehen.

Im Schreiben des Gesundheitsamtes, das mir vorliegt, heißt es:

„Infektionsschutzrechtliche Maßnahmen
— unter anderem häusliche Isolation —

I. Ihrer Tochter gegenüber wird eine Isolation in sog. häuslicher Quarantäne in Ihrer Wohnung (…) angeordnet. Es ist ihr untersagt, die Wohnung ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamtes (…) zu verlassen, es sei denn, es ist für die Abwendung einer Gefahr für Leib und Leben erforderlich. Ferner ist Ihnen untersagt, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht Ihrem Haushalt angehören.
Ist ein Kontakt mit anderen Personen (auch mit den im Haushalt lebenden Personen) unumgänglich, ist ein Mund-Nasen-Schutz (Mindeststandard FFP1) eng anliegend zu tragen und eine Händedesinfektion vorzunehmen.

II. Die Isolation dauert (… → 2 Wochen), soweit bezogen auf die akute COVID-19-Erkrankung (…) Symptomfreiheit besteht.“

Gesunde Kinder sollen von ihren Familienmitgliedern isoliert werden, weil sie eventuelle Verdachtsfälle sein könnten. Noch zu Beginn des Jahres hätte ich mir ein solches Szenario in unserem Land nicht ausmalen können. Begründet wird dies folgendermaßen:

„Die Maßnahmen stehen in Ihrer Wirkung auch nicht außer Verhältnis zum beabsichtigten Schutzzweck, (…). Der rechtlich eingelegte Ermessensspielraum wurde dahingehend ausgelegt, dass die häusliche Absonderung das mildeste Mittel darstellt, um den geforderten Schutzzweck zu erfüllen. (…)

Sollten Sie den die Absonderung betreffenden Anordnungen nicht nachkommen oder ist aufgrund Ihres bisherigen Verhaltens anzunehmen, dass Sie der Anordnung nicht ausreichend Folge leisten, ist eine abgeschlossene Absonderung aufgrund des Bevölkerungsschutzes in einer geeigneten geschlossenen Einrichtung erforderlich. Dies stellt für Sie demnach keinen Nachteil dar, da Sie die Möglichkeit haben, vor der Festsetzung Ihrer Verpflichtung nachzukommen.“

Ein Einzelfall? Nein. Ähnliche Anordnungen werden von verschiedenen Gesundheitsämtern in unterschiedlichen Bundesländern verschickt.

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