Invasive Teichpflanze sorgt für Black-Outs in Ostafrika

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23-09-20 09:09:00,

Ein Fischer reisst nahe der Stadt Junga, Uganda, Wasserhyazinthen aus. © Radhika Chalasani/UNDP, CC

Die Wasserhyazintheihrer wurde ihrer hübschen Blüten wegen in viele Länder eingeschleppt. © Daiju Azuma, Flickr

Die Wasserhyazinthe, die in Südamerika heimisch ist (blau), hat sich auf der ganzen Welt ausgebreitet (rot). © Universität Potsdam

Fischerboote in einem Wasserhyazinthenteppich am Viktoriasee. © sarahemcc, flickr, CC

Daniela Gschweng / 23. Sep 2020 –

Wasserhyazinthen sind beliebte Zierpflanzen. Wo sie eingeschleppt werden, überwachsen sie Seen und Flüsse im Nu.

Ende April 2020 gingen in Uganda die Lichter aus. Der Grund: Eine Grünpflanze, die weltweit für Probleme sorgt, weil sie Wasserflächen in grosser Geschwindigkeit überwächst. Wasserhyazinthen sind eine beliebte Zierpflanzenart, die wegen ihrer hübschen Blüten geschätzt wird. Hierzulande stellt die Pflanze kein grosses Problem dar, weil sie nicht winterhart ist. In wärmeren Ländern wächst sie ungebremst und bildet dichte schwimmende Teppiche.

Einige solcher grüner Teppiche verstopften im Frühjahr die Abflüsse des Viktoriasees. Die Turbinen des Nalubaale-Damms, des Kiira-Damms sowie des Bujagali-Damms standen wegen Überhitzung still. Der nationale Stromausfall in Uganda ist noch immer nicht endgültig behoben. Notstromaggregate konnten den Mangel nicht vollständig abfangen.

Dazu gab es seit Anfang 2019 starke Regenfälle nach jahrelanger Trockenheit. Der Wasserstand des Viktoriasees stieg an, selbst die Villenviertel der Hauptstadt Kigali standen unter Wasser. Auch das Nachbarland Kenia ist betroffen, weil Uganda Strom dorthin exportiert.

Zur «Abflussreinigung» in Uganda musste die Armee ausrücken

Die ugandische Armee versuchte mit Hilfe von Kränen, Schleppern und viel Personal die grüne Plage zu entfernen, um die Abflüsse und Kraftwerke am Viktoriasee wieder funktionstüchtig zu machen. Der zweitgrösste Süsswassersee der Welt ernährt Millionen Menschen und versorgt den Nil mit Wasser, der wiederrum mehrere Länder durchfliesst.

Ähnliche Szenarien könnten sich wiederholen, denn die invasive Pflanze ist längst zu einem der lästigsten globalen Unkräuter geworden. Die Wasserhyazinthe ist ursprünglich in Südamerika heimisch. Wegen ihrer hübschen Blüten wurde sie im Laufe der Zeit als Zierpflanze in viele andere Länder eingeschleppt, wo sie sich ungebremst ausbreitet.

Die Wasserhyazinthe wurde ihrer hübschen Blüten wegen in viele Länder eingeschleppt (Daiju Azuma, Flickr).

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