Studentische Apathie

studentische-apathie

24-09-20 06:55:00,

Vor dem Hauptgebäude der Universität findet eine Demonstration für unsere Freiheit und die Menschenwürde statt. Auch für eine Beendigung des Corona-Regimes steht diese Demo. Der Platz ist überfüllt. Studenten aller Fakultäten haben sich versammelt, das Grundgesetz in Händen. Studenten, Studentinnen und Dozenten stehen auf dem Podium und halten flammende Plädoyers. Von den großen Denkern der Aufklärung wird zitiert. Die Luft flimmert, die Stimmung ist euphorisiert. Hoffnung und Liebe liegen in der Luft.

Sollte man meinen.

Ganz anders sieht die Realität am 12. September 2020 in Erlangen auf dem Schlossplatz vor dem Hauptgebäude der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) aus. Eine kleine Gruppe von Menschen — keiner von ihnen unter 35 — steht in einem kleinen, mit einer Schnur „eingezäunten“ Bereich. Das Mikrofon geht reihum zwischen den Rednerinnen und Rednern, die besten Willens waren, aber nicht gerade rhetorisch herausragend. Das ist keine böswillige Kritik — ich hätte es selbst nicht besser gekonnt, daher größter Respekt (!) —, sondern lediglich eine objektive Beschreibung, die mein Bedauern ausdrückt, dass die rhetorisch starken Redner und Rednerinnen derlei Veranstaltungen fernbleiben.

Diese wären der Reputation solch wichtiger Zusammenkünfte von Demokraten auf jeden Fall zuträglich, würden sie den mutigen Bürgern unter die Arme greifen und deren Anliegen in gut durchdachte Formulierungen packen. Was natürlich nicht bedeuten soll, dass eine gute Demonstration anhand der rhetorischen Stärke der Redner auszumachen ist. Mut, Organisationsgeschick und gute Rhetorik unterschiedlichster Menschen sollten sich zu einem starken Strang verflechten.

Doch dazu kam es nicht. Und so liefen die einfachen, mutigen, engagierten, nur leider rhetorisch ungeübten Bürger in das offene Messer der Querulanten und ideologischen Masken-Milizen, die diese Demo immer wieder störten.

Behandelt wurden die Corona-Themen, die die Menschen am meisten tangieren. Jetzt, zu Schulbeginn, ist es die unhaltbare Maskenpflicht für Kinder in den Schulen. Aber es ging auch um die Corona-Statistiken, die schon seit einiger Zeit nicht mehr geeignet sind, die drakonischen Maßnahme zu rechtfertigen. Im Großen und Ganzen gab es hier nichts auszusetzen.

Abseits der Demo standen lediglich zwei Polizisten mit einem 2er-BMW-Dienstwagen. Also so ziemlich das harmloseste Aufgebot, das die Bayerische Polizei in petto hat. Doch mehr brauchte es auch nicht. Diese kleine Ansammlung von Menschen war sehr überschaubar und übte auch nur einen sehr geringen affirmativen Sog auf die vorbeiziehenden Passanten aus. Eher war das Gegenteil der Fall, wie der Verlauf nun zeigen sollte.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: