Wie man die Migrations-Wirklichkeit durch sprachliches „Framing“ verschleiert und verändert

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24-09-20 07:43:00,

Der geballten politischen Linken im rot-rot-grünen Berliner Senat sind die vielen „abgelehnten Asylbewerber“ ein Dorn im Auge – nicht weil sie noch da sind, sondern weil sie nach Bundesrecht „ausreisepflichtig“ sind. Denn man möchte – das ist ja erklärter Wille des bis in die CSU reichenden linken Spektrums – so viel wie möglich zur Erhöhung der Vielfalt und Reduzierung der deutschen Einfalt im Lande begrüßen und behalten. So ersetzt man nun die vielen „negativen“ Begriffe, mit denen die vielfältig Einreisenden aus „unfreundlicher Abwehrhaltung“ bezeichnet werden, mit positiven Namen, die die realen rechtlichen Verhältnisse verschleiern und aus dem Bewusstsein verdrängen. Die Wirklichkeit wird sprachlich verändert und abgelöst.

Ende 2019, meldete RBB24 am 11.2.2020, hielten sich 12.956 ausreisepflichtige Ausländer in Berlin auf, 351 mehr als im Jahr davor. Insgesamt lebten laut Ausländerzentralregister (AZR) 46.310 Ausländer in der Hauptstadt, die erfolglos Asyl beantragt hatten, aber inzwischen zum größten Teil aus vielfältigen Gründen längst eine Duldung, ein Bleibe- oder Aufenthaltsrecht ersessen haben (vgl. dazu Wikipedia). Berlin hat im vergangenen Jahr 6.316 Asylsuchende neu aufgenommen, aber nur 1.000 abgelehnte Asylbewerber und andere ausreisepflichtige Ausländer (widerwillig) abgeschoben. Diese Zahlen machen dem linken Senat immer wieder unangenehme Schlagzeilen.

Nun hat er ein „Diversity-Landesprogramm“ mit praktischem Leitfaden „Vielfalt zum Ausdruck bringen“ für alle Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes beschlossen (hier), das vom grünen Justizsenator Dirk Behrendt koordiniert wird. Die damit verbundene umfassende Sprachregelung soll dazu führen, „respektvoll mit den Menschen in dieser Stadt kommunizieren zu können, unabhängig von ihrem Lebensalter, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Identität, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer Behinderung“.
Teil dieser Sprachregelung ist eben die für die Flüchtlings- und Migrationsszene. Von den Bediensteten der öffentlichen Verwaltung soll sie dann allmählich in das Bewusstsein der Bevölkerung einsickern.

Meinungen lenken, Handlungen beeinflussen

In dem Leitfaden wird darauf hingewiesen (S. 6), dass die Sprache die Kraft habe, die Menschen zu verbinden, aber auch gesellschaftliche Konflikte schüren und verstärken könne. So sei beispielsweise in den Medien häufig von einer „Flüchtlingswelle“ oder einem „Flüchtlingsstrom“ die Rede. Die Zusammensetzung der Worte „Flüchtling“ und „Welle“ rufe bestimmte Assoziationen hervor. Eine Welle sei groß und bedrohlich und schwer kontrollierbar. In einem solchen Bild stünden die Gefahr, der Kontrollverlust und die Bedrohung im Vordergrund. Geflüchtete Menschen würden bei Verwendung eines solchen Sprachbildes mit Bedrohung assoziiert,

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