Mike Pompeo in Amazonien – Das Bolsonaro-Regime als Steigbügelhalter der US-Attacken gegen Venezuela

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25-09-20 08:14:00,

US-Außenminister Mike Pompeo unternahm zwischen dem 17. und 19. September eine überraschende Blitztour durch vier amazonische Anrainerstaaten – Suriname, Guyana, Brasilien und Kolumbien – mit Ausnahme der ehemaligen niederländischen Kolonie allesamt Nachbarn von Venezuela. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

Die politische Zielsetzung des Pompeo-Blitzbesuchs war klar. Obwohl eine Niederlage Donald Trumps bei den Präsidentschaftswahlen vom kommenden November keinesfalls als sicher vorausgesagt werden kann, liegt der zur Wiederwahl antretende US-Präsident zwischen 5 und 10 Prozent hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Also flüchtete sich die durch sinkende Popularität (August 2020: 42 Prozent) lädierte Trump-Administration in den so oft bewährten dialektischen Trick der Außenpolitik als Mittel zur Kompensation der Innenpolitik und holte sich Zustimmung von Trump-freundlichen, rechten bis faschistoiden Regierungen, allen voran des Bolsonaro-Regimes.

Mit neu befeuerten Erklärungen zum seit Jahren angedrohten Sturz der Regierung Nicolás Maduro in Venezuela und ebenso aufgewärmten Attacken gegen Russland und China sollte die Standfestigkeit der Hinterhof-Verbündeten unter Beweis gestellt werden. Ziel der Angriffe Pompeos war die Bedienung der innenpolitischen Klientel, insbesondere die 32 Millionen potenzielle Wähler zählende Latino-Community in den USA, deren jüngere, vor allem die dritte, Generation von rechtsextremen Exilkubanern der skrupellosen Sozial-, Bildungs- und Kulturpolitik der republikanischen Elite den Rücken kehrt und zum politischen Zentrum und nach links abdriftet.

„Strafaktionen“ und ökonomische Vereinnahmung der Karibik

Artikulierte sich in den Attacken Pompeos zunächst eine rein wahlpolitische Taktik, nutzte der ehemalige CIA-Chef im Gewand des Außenministers die Gunst der Stunde zur ungenierten Mobilisierung imperialer Wirtschaftsinteressen und militärischer Machtausdehnung. Der Fund gewaltiger Erdölvorkommen in Guyana – einer armen, ehemaligen britischen Kolonie, der mit 85 Prozent und einem enormen Abstand 2020 die Führung des weltweiten Wirtschaftswachstums vorausgesagt wird – stimuliert den Appetit des US-amerikanischen Big Oils.

Doch ebenso veranlasste der Disput Guyanas mit Venezuela über die Zugehörigkeit des Esequibo-Grenzterritoriums eine schlagartige militärische US-Vereinnahmung Guyanas, deren bescheidene Seestreitkraft anlässlich des Pompeo-Besuches zu ebenso demonstrativen wie lächerlichen Manövern mit der US-Navy vor der Küste Venezuelas „gegen den Drogenschmuggel der Maduro-Diktatur” genötigt wurde; eine Nötigung, die allen Anzeichen nach in der Einrichtung eines US-Militärstützpunktes gipfeln kann und mit den bestehenden Militärbasen in Kolumbien und der Konzession der Alcantara-Raumfahrtbasis durch das Bolsonaro-Regime die komplette militärische Umzingelung Venezuelas vollzieht.

Signalisierte Donald Trumps Wahlsieg 2016 die Wiedererweckung des Kalten Krieges in der Karibik,

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