Das wahre Wesen des Kapitalismus: Teil 2 | Von Norbert Häring | KenFM.de

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26-09-20 02:19:00,

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Anmerkung der Redaktion: Teil 1 dieses Beitrags kann hier nachgelesen werden.

Leistungslose Einkommen durch Monopole und Privilegien

Ein Standpunkt von Norbert Häring.

Der Wert der Unternehmen und der Grundstücke, also das Kapital der Kapitalisten, besteht zum größten Teil aus staatlich geschützten Monopolrechten. Kapital dient dadurch nicht der Produktion und der Bedürfnisbefriedigung, sondern der Umverteilung von Arbeitenden und Konsumenten zu den Besitzern dieser Rechte.

In Teil 1 wurde die These aufgestellt, dass Kapital kein Produktionsfaktor ist, der hilft, Bedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen, sondern das Recht, einen Teil der Produktion für sich zu reklamieren. Diese These wollen wir nun mit Daten unterfüttern.

Am deutlichsten ist das bei Grund und Boden, ohne den kein Wohnen und keine Produktion möglich ist. Das ist kein Nebenaspekt. Der Kapitalstock der deutschen Volkswirtschaft, von 20 Billionen Euro, wie er vom Statistischen Bundesamt ausgewiesen wird, besteht nur zu 2 Billionen Euro, also einem Zehntel, aus “Fahrzeugen, Maschinen und sonstigen Ausrüstungen”. 9,3 Billionen Euro entfallen auf Wohn- und Gewerbeimmobilien, überwiegend Wohnimmobilien (Inlandsproduktberechnung S.60). Der große Rest besteht im Wesentlichen aus geistigem Eigentum und militärischen Waffensystemen.

Das bestätigt noch einmal, was wir in Teil 1 gesehen hatten, dass die Produktionsmittel, an die wir denken sollen, wenn von Kapital die Rede ist, einen ganz geringen Anteil an dem ausmachen, was den Reichtum und die Macht der (großen) Kapitalbesitzer ausmacht.

Pacht als Monopolpreis

Boden als eine Fläche mit einer bestimmten Lage wird nicht produziert, sondern ist einfach da. Er nutzt sich nicht ab und wird nicht abgeschrieben wie Maschinen und Anlagen. Boden wird vielmehr immer teurer, weil er im Zuge des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums immer knapper und wertvoller wird. „Ein besseres Verständnis der Besonderheiten von Boden kann uns helfen, drängendste gesellschaftliche Probleme anzugehen, wie überhöhte Immobilienpreise, Ungleichheit und stagnierende Produktivität“, verspricht Ryan-Collins und hat dafür mit Toby Lloyd und Laurie Macfarlane das Buch “Rethinking the Economics of Land and Housing” geschrieben.

Der klassische Ökonom Adam Smith kommt in dem Buch mit der Erläuterung zu Wort:

Die Grundrente ist natürlicherweise ein Monopolpreis.

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