Birma: Und stetig grüßt das Militär

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27-09-20 12:04:00,

Im fünften Teil der siebenteiligen Serie zur Vorgeschichte, zum Verlauf und zu den Vermächtnissen des Zweiten Weltkriegs in Ost- und Südostasien beschäftigt sich unser Autor Rainer Werning mit der Herrschaft Japans über Birma (*), das lange Zeit Teil des British Empire war. Von Rainer Werning.

Für die Kaiserlich-Japanischen Truppen war dieses südostasiatische Land von herausragender geo- und militärstrategischer Bedeutung, erhoffte man sich doch nach dessen Eroberung und Okkupation einen ungehinderten Zutritt nach Indien. Dort, so das Kalkül der Achsenmächte Japan und Deutschland, sollten sich die aus dem Osten vorrückenden Japaner mit dem aus dem Westen über Zentralasien heranrückenden Nazitruppen siegreich treffen, um nach erfolgreicher gemeinsamer Kontrolle des indischen Subkontinents eine Neuaufteilung der Welt nach koordiniertem imperialen Design vorzunehmen.

Während die Kriegsmaschinerie der Nazis bereits in der ehemaligen Sowjetunion von der Roten Armee besiegt wurde, erlitten die japanischen Truppen ausgerechnet ihre ersten Niederlagen zu Lande in der britischen Kolonie Birma. Im Kampf gegen die japanischen und später erneut gegen die britischen Truppen existierten diverse militärische Verbände, die zwar unter der Flagge von Freiheit und Unabhängigkeit angetreten waren, doch deren Führung sich nicht scheute, über weite Strecken ihres Kampfes ein geschlossenes militaristisches Weltbild gemäß japanischem Muster verinnerlicht zu haben. Die Militarisierung des Politischen und die Politisierung des Militärs sind denn auch auffällige Konstanten birmanischer Geschichte.

Vorbemerkung

„75 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Ost- und Südostasien – Vorgeschichte, Verlauf, Vermächtnisse“ lautet der Titel dieser siebenteiligen Artikelserie von Rainer Werning, die die NachDenkSeiten innerhalb dieses Jahres in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Lesen Sie bitte auch die ersten vier Teile dieser Serie (Teil 1, Teil 2, Teil 3, und Teil 4).

Im Schatten der Könige

Im 19. Jahrhundert wurde Birma nach drei sogenannten anglo-birmanischen Kriegen von Großbritannien annektiert. Bereits 1862 war das Land dem Vizekönig von Indien als Provinz Indiens unterstellt worden. In Folge des im Jahre 1885 begonnenen dritten anglo-birmanischen Krieges gelang es den Truppen der neuen Kolonialmacht bis 1890, sich auch „Upper Burma“ einzuverleiben, somit Zugriff auf dessen Bodenschätze zu gewinnen und organisierten bewaffneten Widerstand zu ersticken, an dem sich auch und gerade buddhistische Mönche beteiligt hatten. Aufgerieben waren damit auch die restlichen Verbände birmanischer Streitkräfte.

Schon bald entwickelte sich das Land zu einem der größten Reis-Exporteure Asiens und gewann aufgrund seiner Edelsteine,

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