Ungute Nachrichten aus den Medien

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27-09-20 12:09:00,

Christian Müller

Christian Müller / 27. Sep 2020 –

Noch mehr Medien-Macht bei Springer-Chef Mathias Döpfner. Und damit noch mehr Druck auf die Medienschaffenden.

Mathias Döpfner, der oberste Boss des Medienkonzerns Axel Springer SE in Berlin, erhält von Springer-Witwe Friede Springer 15 Prozent des Aktienkapitals geschenkt. Das ist keine gute Nachricht. Nicht nur, weil damit ein weiterer Medienkonzern von einem Milliardär geführt wird, der sich wirtschaftspolitisch aller Voraussicht nach dann erst recht vor allem um das Wohl der Reichen und Reichsten kümmern wird. Mathias Döpfner ist – mit jetzt 22 Prozent Beteiligung am Springer-Konzern – auch ein Medien-Magnat, der selber in die Tasten greift, um seine Journalistinnen und Journalisten gleich öffentlich anzuweisen, was sie zu schreiben haben.

Der Medien-Konzern Axel Springer hat auf Konzernebene fünf sogenannte politische «Grundsätze». Die Nr. 3 heisst: «Wir zeigen unsere Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.» Damit ist programmiert, was die Medienschaffenden der deutschen «Bild»-Zeitung und der «Welt» und vieler anderer Medien geopolitisch zu schreiben haben: gegen China, gegen Russland, für die USA. Meinungsfreiheit im Springer-Konzern ist so zum Fremdwort geworden.

Infosperber hat über diese unerfreuliche Geschichte schon ausführlich berichtet (hier anklicken). Vor allem muss man auch wissen, dass die in der Schweiz erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften des Verlags «Ringier Axel Springer Medien AG» – darunter die Titel «Handelszeitung», «Bilanz», «Le Temps», «Beobachter» oder auch die «Schweizer Illustrierte» – nur noch zur Hälfte Ringier gehören, zur anderen Hälfte aber Springer. Bleibt nur zu hoffen, dass Ringier in diesem Joint-Venture die politischen Grundsätze des Springer-Konzerns, die freien Journalismus verbieten, nie akzeptieren wird.

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Siehe dazu

«Axel-Springer-Medien: Döpfner ruft zu neuem Kalten Krieg auf» (auf Infosperber)

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