Blackrock-Enteignen – aber wie?

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28-09-20 07:22:00,

Screenshot aus dem Video, das die Veranstaltung dokumentiert

Am Wochenende fand in Berlin das Tribunal gegen Blackrock statt. Nach dem Urteil verstößt der Konzern “gegen die wesentlichen Prinzipien der Demokratie, gegen Völkerrecht und Menschenrechte”

Seit Januar 2020 bereitet ein kleines Organisationsteam das Blackrock-Tribunal vor (Kann man eine solche Kapitalmacht mit einem Tribunal angreifen?). Nach Verzögerungen durch den Corona-Lockdown und internen Zerwürfnissen hat das Tribunal am vergangenen Samstag in einem Konferenzraum auf dem Campus der Freien Universität Berlin stattgefunden. Ca. 150 Teilnehmer haben sich Analysen von Referenten angehört, die schilderten, wie der globale Finanzdienstleister auf dem Gebiet von Umwelt, Ökonomie und Rüstung agiert.

So wurde die Rolle von Blackrock beim Rüstungskonzern Rheinmetall analysiert. Dabei gilt hier wie in vielen anderen Bereichen der Grundsatz: Fast überall ist Blackrock dabei, doch agiert er im Hintergrund. Nicht nur bei Kapitalismuskritikern ist der große Einfluss von Blackrock Thema. Schon im letzten Jahr schrieben Börsen-Journalisten:

Niemand besitzt mehr Anteile an deutschen Unternehmen als Blackrock. Bei vielen der Dax-Konzerne ist der Vermögensverwalter sogar der größte Anteilseigner. Auch im ersten Halbjahr verdiente die Firma Milliarden.

Lothar Gries, boerse.ARD.de

Doch anders als bei wirtschaftsnahen Journalisten war am Ende des Tribunals das Urteil des Tribunals klar:

Das Unternehmen Blackrock mit dem juristischen Sitz in der Finanzoase Wilmington/Delaware USA und dem operativen Hauptsitz in New York/USA wird aufgelöst. Das betrifft auch alle Tochtergesellschaften in den USA und im Ausland.

Urteil des Blackrock-Tribunals

Als Begründung nannte Lutz Mez, dass Blackrock “gegen die wesentlichen Prinzipien der Demokratie, gegen Völkerrecht und Menschenrechte sowie gegen nationale Gesetze” verstößt oder Beihilfe dazu leistet.

Langer Atem gegen Blackrock?

Bei der Abschlussrunde wurde kontrovers diskutiert, was mit den Ergebnissen des Tribunals geschehen soll. Die Journalistin Gaby Weber verwies in einer Gegenrede zum Urteil darauf, dass auf dem Tribunal wesentliche Bereiche der Blackrock-Aktivitäten nicht zur Sprache gekommen seien und regte eine Berufungsverhandlung im nächsten Jahr an. Zudem sprach sie die Schwäche der linken Bewegungen auf globaler Ebene an, so dass die Auflösung von Blackrock in der Realität auf sich warten lassen dürfte.

Auch der emeritierte Politologieprofessor Peter Grottian, ohne den es das Tribunal wahrscheinlich nicht gegeben hätte, beschwor den langen Atem und erklärte, dass es weltweite Erfolge frühesten in Jahrzehnten geben wird.

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