Handeln wie Gandhi

handeln-wie-gandhi

29-09-20 03:32:00,

Jeder Tätigkeit, jeder Handlung geht ein Gedanke voraus, der bewusst oder unbewusst in die Vorstellung geführt wird. So kann die Vorstellung inhaltlich gefüllt oder auch inhaltlos sein.

Das „Tätigsein“ steht in Beziehung mit dem Außenraum, mit dem Umfeld, den Mitmenschen und natürlich mit der eigenen Persönlichkeit. Die Art der Vorstellung und das Motiv, welches der Handlung vorausgeht, entscheidet, in welcher Form die Handlung sich in die Beziehungsverhältnisse eingliedern kann. Eingliedern bedeutet, dass die Tat in einem ordentlichen Bezug steht zu den äußeren Verhältnissen. Hierfür besteht die Notwendigkeit eines wachen Bewusstseins, das zur Objektivität und Anschauungsbildung fähig ist.

Es ist also nicht „Einerlei“, mit welchen Gedanken sich der Mensch in Beziehung bringt zu den Mitmenschen, Sachverhalten und Themen. Die objektive Anschauungsbildung ist eine Anforderung für den Menschen, die sein Gefühlsleben in Zeiten der Corona-Maßnahmen außergewöhnlich stark herausfordert. Vorstellungen, die im emotionalen Gefühlsleben wurzeln, führen oft zu übereifrigen Taten oder meist sogar zu Apathie.

Fehlt die Logik im Denken und bleiben die Vorstellungen im Persönlichen gebunden, dann sind Reaktionen die Folgen anstatt vernünftige Taten. Wie entstehen aber sinnvolle und vernünftige Taten im Sinne einer Entwicklung für die Menschheit, die ein Miteinander fördern? Der Blick auf ein Gegenbild kann die Vorstellungsarbeit erleichtern.

Ein aktuelles Gegenbeispiel zu einer Handlung, die in einem ordentlichen Außenbezug mit aufrichtiger Haltung und besten Absichten für ein verbindendes Miteinander steht, ist die „Rede von Tamara K. vor dem Reichstaggebäude am 29. August 2020 in Berlin“ (1). Getrennt von der großen, friedlichen Demonstration „Querdenken“, die von Michael Ballweg organisiert wurde, hat sich Tamara K. für die kleine Demonstration instrumentalisieren lassen.

Die Motive jener zusätzlichen Demonstration sollten dringend angeschaut werden, denn ihre Wirkungen sind gewaltvoll. Tamaras Worte sind ein Ausdruck von wahnhaften, subjektiven Motiven. Die Sprache, Gestik und Tonlage wirken spaltend, aggressiv und manipulativ auf niedrige Willensimpulse. Ehrwürdige Impulse und Inhalte sind nicht zu finden im Sinne einer entwicklungsfreudigen Handlung für die Menschheit.

Was sind aber die Folgen eines solchen Auftrittes und was bleibt im äußeren Beziehungsfeld bestehen? Was passiert bei den Menschen, wenn sie das Motiv nicht erkennen? Der Auftritt von Tamara K. hinterließ in der Atmosphäre eine Form von Gewalt, die zu spüren war und nicht ohne Folgen sein wird. Bleiben die Motive und Hintergründe für dieses Vorgehen ungesehen, dann wird sich in versteckter Art die Gewalt fortsetzen.

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: