Britische Richtlinien zur korrekten Berichterstattung über Verkehrsunfälle

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30-09-20 02:14:00,

Bild: Inzaghi17/CC BY-SA-4.0

Beachtet werden soll für die verkehrspolitische Korrektheit, dass im Verkehr immer Menschen beteiligt oder verantwortlich, obgleich erste autonome oder mit Autopiloten ausgestattete Fahrzeuge schon auf den Straßen fahren

In Deutschland gilt für Medien und Journalisten der Pressekodex des Presserats, der ethische Richtlinien der Berichterstattung festlegt. Beispielsweise zum Opferschutz, zur Unschuldsvermutung oder zur Achtung der Menschenwürde. Umstritten war beispielsweise seitens der Migrationsgegner das Diskriminierungsverbot, das im März 2017 verändert wurde: Die Zugehörigkeit von Verdächtigen und Tätern zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten soll jetzt nicht mehr nur bei einem “begründbaren Sachbezug”, sondern abgeschwächt nur noch “in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.”

Die “Richtlinie 11.3 – Unglücksfälle und Katastrophen” ist knapp:

Die Berichterstattung über Unglücksfälle und Katastrophen findet ihre Grenze im Respekt vor dem Leid von Opfern und den Gefühlen von Angehörigen. Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden.

Hier ist nur von den Opfern die Rede. In Großbritannien hat nun die Active Travel Academy zusammen mit Verkehrs-, Rechts- und Medienexperten sowie dem Ethikrat des Nationalen Journalsitikverbandes, Vertretern von RoadPeace und Cycling UK einen Entwurf von Richtlinien für die Berichterstattung über Verkehrsunfälle vorgelegt. Man könnte von verkehrspolitischer Korrektheit sprechen, die eingefordert wird, um die Sicherheit auf den Straßen zu fördern. Es würde Richtlinien für die Berichterstattung über Selbstmorde, Kinder und Flüchtlinge geben, aber nicht für Verkehrsunfälle, weswegen man diese Lücke schließen will.

Das deutsche Wort “Unfall” führt danach auch in die Irre, hat es doch auch Nähe zum englischen “Accident”, was wiederum mit Zufall, Versehen oder Missgeschick konnotiert ist. Unfall ist ebenso ethymologisch mit Unglück, Missgeschick oder einem unverantwortbaren Ereignis verknüpft. In den Richtlinien wird hingegen verlangt, nicht von “Acccident”, sondern von “Collision” oder “Crash” zu sprechen, also eher von Zusammenstoß, Aufprall oder eben Kollision.

Hinter einem Unfall steht immer ein Mensch

Hintergrund ist, dass erinnert werden soll, dass hinter einem Verkehrsunfall immer ein Mensch steht, der ein Fahrzeug gefahren hat und für eine Kollision verantwortlich ist. Zitiert wird ein Straßenpolizeichef, nachdem nur sehr wenige Unfälle wirklich Unfälle seien: “Alle Verkehrszusammenstöße beinhalten eine Art von Fehleinschätzung,

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