Die Masken fallen: Die Oligarchen nehmen das Heft in die Hand | Von Christian Kreiß | KenFM.de

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30-09-20 01:45:00,

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Ein Standpunkt von Christian Kreiß.

Am 23.9. erschien die jüngste Ausgabe des jährlich veröffentlichten Allianz Global Wealth Report. Der Bericht des größten deutschen Versicherungskonzerns, der sich mit den weltweiten in Privatbesitz befindlichen Vermögensentwicklungen beschäftigt, ist in mehrerer Hinsicht interessant.

Eine der ersten Überschriften der Studie lautet: Crisis? What Crisis? Darin heißt es, dass Covid-19 die tiefste Rezession in 100 Jahren ausgelöst habe, dass dies aber keine negativen Auswirkungen auf die Privatvermögen gehabt habe. Im Gegenteil. Ende Juni 2020 waren die Finanzvermögen auf der Erde um 1,5 Prozent höher als Ende 2019, getrieben vor allem durch einen starken Anstieg der Bankeinlagen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die privaten Finanzvermögen Ende 2020 höher sein werden als Ende 2019.

Das ist eine sehr bemerkenswerte Aussage. Obwohl die reale Weltwirtschaft den stärksten Absturz der Neuzeit erleidet, die Zahl der hungernden Menschen sowie Not und Elend auf der Erde in nie gesehener Geschwindigkeit und ungeheurem Ausmaß zunehmen, steigen die privaten Finanzvermögen. Die Jahrhundertkrise trifft also nicht alle Erdenbürger gleich oder auch nur ähnlich stark, sondern die Reichen dieser Erde scheinen von der Krise gar zu profitieren. Denn die privaten Finanzvermögen sind in Händen von vergleichsweise wenig Menschen: Laut dem Allianz-Bericht verfügen die obersten ein Prozent der Erdenbürger über 44 Prozent der Weltvermögen, die obersten 10 Prozent über 84 Prozent.

Das führt uns zu der zweiten interessanten Aussage des Vermögensberichtes. Der Anteil am Weltvermögen, den die obersten ein Prozent der Menschen halten, stieg seit der Jahrtausendwende von 41 auf 44 Prozent. „Also die Superreichen scheinen sich in der Tat immer weiter und weiter vom Rest der Gesellschaft wegzubewegen“, heißt es wörtlich in dem Bericht.

Das ist eine bemerkenswerte Aussage. Die Superreichen entfernen sich immer weiter weg vom Rest der Gesellschaft. Anders ausgedrückt: Innerhalb der Pyramidenspitze gibt es Machtverschiebungen zu Gunsten der ganz besonders Reichen. Es findet also eine Machtkonzentration innerhalb der Millionärsgemeinschaft statt.

Einen ähnlichen Hinweis auf Machtverschiebung innerhalb der Millionärsgemeinschaft brachte inequality.org im Juni 2020.

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