Solaranlagen in der Landwirtschaft

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30-09-20 08:27:00,

Bild: Pixabay License

In China verbindet ein gigantischer Solarpark Energiegewinnung und landwirtschaftliche Nutzung

Solarzellen können auf Dächer geschraubt werden, aber man kann sie auch ins Freiland stellen, wie es nicht nur hierzulande des Öfteren zu sehen ist. Allerdings ist Deutschland ein vergleichsweise dicht besiedeltes Land und landwirtschaftlich nutzbare Fläche gemessen an seiner Bevölkerungsgröße sind eher knapp. Solaranlagen auf Bauernland sind daher nicht von allen gern gesehen.

Allerdings müssen sich Energiegewinnung und landwirtschaftliche Nutzung nicht unbedingt ausschließen. Im großen Stil zeigt das ein Projekt, das derzeit in China aufgebaut wird. Das PV-Magazin berichtet über einen Solarpark mit einer Leistung von enormen einem Gigawatt. Das ist etwas mehr als die, welche ein modernes Kohlegroßkraftwerk hat. Die beiden Blöcke in Hamburg Moorburg haben etwa eine Leistung von je 0,8 GW oder 800 Megawatt.

Für einen derartigen Solarpark braucht man sehr viel Platz, Fläche, die auch in Chinas östlichem Landesteil, in dem sich ein großer Teil der Bevölkerung und der landwirtschaftlichen Betriebe konzentriert, knapp ist.

Die Baofeng Gruppe, ein Unternehmen, das Geld mit Webseiten für Gamer, mit Video-Plattformen im Internet und mit ähnlichem verdient, hat 2014 Nutzungsrechte für 107 Quadratkilometer unfruchtbares Land erworben und dort zunächst Luzerne zur Bodenverbesserung ausgesät.

Später wurden Solaranlagen errichtet – 640 Megawatt (0,64 GW) sind nach dem Bericht des Magazins bereits installiert – und unter diesen Büsche gepflanzt. An diesen wachsen nun Gouji-Beeren (Deutsch: Chinesische Wolfsbeeren), die in der Medizin Ostasiens sehr beliebt sind.

Das Projekt bringt durch die Vermarktung der Früchte nicht nur doppelten kommerziellen Nutzen. Es hat in einer vom Vordringen der Wüste bedrohten Region auch das lokale Ökosystem deutlich verbessert. Es gebe nun mehr Wildtiere wie Spatzen, Fasane und Hasen. Die Solaranlagen würden die Verdunstung der Landoberfläche um 30 bis 40 Prozent verringern.

Mit der Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen wird auch in einer Reihe anderer Länder experimentiert, doch bisher nirgendwo in so großem Maßstab wie in China. In den US-Bundesstaaten New York und North Carolina werden zum Beispiel Schafe als Rasenmäher eingesetzt. Doch das dürfte nicht so ungewöhnlich sein. Auch ist es zwar für die lokale Artenvielfalt sicherlich sehr nützlich, aber der ökonomische Ertrag wird eher gering sein.

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