Der faule Zauber mit den Hybridautos

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01-10-20 03:36:00,


© Isaac Quesada on Unsplash

Felix Schindler / 01. Okt 2020 –

Plug-In-Hybride fahren angeblich fast emissionsfrei. Jetzt zeigt eine Studie, wie schlecht deren Bilanz tatsächlich ist.

Für Unkundige: Ein Porsche Cayenne Turbo S E-Hybrid ist ein knapp fünf Meter langer Geländewagen, mit dem der gut situierte Geschäftsmann bequem ins Büro fahren kann. Im Spurt fährt er einem Ferrari 360 Modena locker davon, obwohl er so viel wiegt wie vier Milchkühe (2,5 Tonnen). Und dabei ist er so sparsam wie ein sparsamer VW Golf, der bloss die Hälfte wiegt. Weil der Cayenne – das verrät die Bezeichnung Hybrid – zusätzlich zum Benzinmotor noch einen Elektromotor an Bord hat, stösst er laut Herstellerangaben nur 110 Gramm C02 aus. Die «Verbindung von Nachhaltigkeit und Fahrdynamik», schreibt das Porsche-Marketing.

Ein nachhaltiger Porsche SUV. Wem das krumm vorkommt: Es ist krumm. Schon lange ist bekannt, dass die Werte, die für Benzin- und Dieselautos in standardisierten Testzyklen ermittelt werden, wenig mit der Realität zu tun haben. Über Emissionen und Verbräuche bei Hybriden war bisher wenig bekannt. Jetzt hat eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) Daten von über 100’000 Plug-in-Hybrid-Modellen ausgewertet und herausgefunden, dass Hybridautos viel mehr Benzin verbrauchen und viel mehr CO2 ausstossen, als auf dem Prüfstand gemessen wird – die Abweichungen sind sogar wesentlich grösser als bei konventionellen Benzin- und Dieselautos.

Nur 20 Prozent rein elektrisch

Normale Benzin- und Dieselautos verbrauchen in Realität etwa 40 Prozent mehr als im Testzyklus. Hybridautos hingegen verbrauchen auf der Strasse doppelt bis vier Mal so viel Benzin wie vom Hersteller angegeben. Bei unserem Beispiel-SUV aus dem deutschen Zuffenhausen wären das 10 bis 20 Liter pro 100 Kilometer. Der Grund für die Differenz zwischen Werbung und Realität: Hybridautos fahren viel seltener elektrisch als angenommen, private Besitzer legen nur 37 Prozent der Distanz mit dem Elektromotor zurück, Fahrer von Dienstfahrzeugen fahren sogar nur 20 Prozent rein elektrisch.

Das liegt unter anderen daran, dass die Besitzer von Hybridautos ihre Autos zu selten laden. Private Besitzer fahren laut der Studie an jedem vierten Tag ohne zu laden aus der Garage, Dienstwagenfahrer sogar an jedem zweiten Tag. Dann fährt das Auto nur mit Benzin – wiegt aber mehr als ein vergleichbarer Benziner,

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