„Merkel: Wir riskieren unseren Erfolg“ = Merkels Trick

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01-10-20 03:44:00,

„Merkel: Wir riskieren unseren Erfolg“ – so lautet die Schlagzeile meiner Tageszeitung. Die Bundeskanzlerin macht sich angesichts der steigenden Neuinfektionen große Sorgen. Die Bundesregierung verschärft ihre Warnungen. Einige Menschen fragen sich, ob die Dramatisierung berechtigt ist. Die Meisten werden nicht erkennen, welche Manipulationsmethode hier angewandt wird: Methode Nr. 11 „B sagen und A meinen“. Merkel und ihre Kompagnons dramatisieren die Entwicklung – das ist die Botschaft B – und transportieren dabei die für sie und ihren nächsten Wahlerfolg wichtige Botschaft A: Wir sind erfolgreich, unsere Politik war und ist richtig. Wie denken Sie darüber? Albrecht Müller.

Die SPD, die anderen Parteien und die meisten Medien merken nicht, was hier gespielt wird. Angela Merkel ist schon in ihrem früheren Beruf in der DDR eine Expertin für Kommunikation gewesen und sie hat im Kanzleramt bzw. bei den externen Zuarbeiterinnen und Zuarbeitern ausreichend Experten für Kommunikation zur Verfügung. Bewundernswert! Nicht wegen der Leistung, sondern wegen der Kompetenz bei der Anwendung von Manipulationstricks.

Zur weiteren Vertiefung füge ich hier den Text von Kapitel III. 11. aus meinem Buch „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“ an und zur weiteren Information auch die Gliederung des Buches mit allen dort untersuchten und beschriebenen 17 Methoden der Manipulation:

Auszug aus „Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst“ Kapitel III.11.

11. B sagen und A meinen

Das eine sagen, aber das andere meinen. Diese Methode wird unentwegt angewendet. So ist der Niedergang der SPD des Öfteren mit der Behauptung begleitet worden, die SPD verkaufe sich schlecht (= B). Damit transportiert wurde die Botschaft, ihre Politik sei eigentlich gut gewesen (= A). Auf allen Ebenen der SPD spukt derweil dieses Gespenst herum: Wir sind ja gut, aber wir verkaufen uns schlecht.

Auch die Agenda 2010 wurde und wird uns immer wieder auf diese Weise nahegebracht: Bundeskanzler Schröder habe sich, seine Kanzlerschaft und seine Partei geopfert, um das Land voranzubringen (= B). Damit wird die Botschaft A transportiert, die Agenda 2010 sei notwendig gewesen und nützlich.

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck hat Angela Merkel 2012 ermahnt, ihre Politik in der Euro-Krise besser zu erklären. Der Spiegel hat ihn wegen dieser Ermahnung kritisiert: »Mahnende Worte an die Kanzlerin. Gauck trifft Merkels schwächsten Punkt«.20 Beides, die Ermahnung durch den Bundespräsidenten wie die Kritik des Spiegel an ihm ­waren Teil der Botschaft B,

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