Von der Corona-App zum Smart Meter

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01-10-20 03:46:00,

Wie schaffen wir Vertrauen in das Teilen von Daten?

Für die Bewältigung globaler Krisen braucht es vor allem eins: Daten. Je mehr Daten zu Gesundheit, Mobilität oder Klimaschutz ausgewertet werden können, umso wirkungsvoller die Gegenmaßnahmen. Wer seine Daten teilt, hilft so, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Die andere Seite: die Sorge um die Privatsphäre – eine Herausforderung. Eine europäische Best-Practice-Studie des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik und der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft zeigt am Fallbeispiel des Smart-Meter-Rollouts, welche Maßnahmen Vertrauen in das Teilen von Daten schaffen.

Beispiel Corona-Warn-App. Je mehr Bürger bereit sind, über die App ihre Kontaktdaten zu teilen, umso effektiver lassen sich Infektionsketten nachverfolgen, umso besser können wir die Pandemie eindämmen. “Daten teilen – besser heilen”: Die Funktionsweise der App führt uns die gesellschaftliche Bedeutung des solidarischen Teilens von Daten vor Augen. Mit den Worten der offizellen Begleitkampagne: “Wird mit jedem Nutzer nützlicher”.

Nützlichkeit versus Selbstbestimmung

Die begleitenden Debatten machten die ethischen Herausforderungen des Datenteilens sichtbar. Da ist erstens der Interessenkonflikt zwischen dem Teilen eigener Daten fürs Gemeinwohl und dem Wunsch nach informationeller Selbstbestimmung. Dieser Konflikt stand im Mittelpunkt der Debatte um die Corona-Warn-App. Die Lösung: Vertrauen. Vertrauen in einen fairen Ausgleich zwischen gesellschaftlichen Datenverwertungsinteressen und individueller Datensouverantität.

Doch für echtes Vertrauen reichen – zweitens – ritualisierte Vertrauensappelle nicht aus. Vielmehr stellt sich drittens die Frage: Welche Anstrengungen sind notwendig, um dieses Vertrauen zu schaffen? Was muss geschehen, damit ich jenen, denen ich meine Daten anvertraue, vertraue?

Eine Frage der Ethik: Fallbeispiel Energiewende

Mit diesem Konflikt setzt sich das Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik (WZGE) in Zusammenarbeit mit der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft bereits seit Längerem im Projekt “Ethische Herausforderungen der digitalen Energiewende” auseinander.

Im komplexen Energiesystem der Zukunft nehmen Daten eine Schlüsselrolle ein: Die Zahl erneuerbarer, dezentraler Energiequellen – allen voran: Windräder und Solaranlagen – wächst, eng gekoppelt mit den Sektoren Verkehr, Wärme und (energieintensive) Industrie. Um Stromangebot und Nachfrage effizient und sicher aufeinander abzustimmen, braucht es ein intelligentes Netz. Ein Netz also, das pausenlos Daten verarbeitet, zum Beispiel zum Wetter und Energieverbrauch. Für optimale Auslastung, optimale Versorgung, optimale Einsparung. Kurz: Eine rasche und klimagerechte Energiewende ist ohne Digitalisierung und das Teilen von Daten undenkbar.

Diese Daten liefern intelligente Messsysteme,

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