Protest gegen Flüssiggas: “Sauberes Gas ist eine schmutzige Lüge”

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03-10-20 09:23:00,

Protest “EG 2020 – Rheinland” von Ende Gelände. Foto: Chilli Magenta/CC BY-ND 2.0

LNG-Unternehmen leiden unter sinkender Nachfrage und fallenden Preisen. Aber die Bundesregierung gibt weiter Steuermittel für fossile Energieprojekte aus

In Deutschland und Europa nehmen die Proteste gegen neue Infrastrukturen für Erdgas zu. Ende September besetzten Aktivisten von “Ende Gelände” kurzzeitig ein mit Erdgas betriebenes Kraftwerk sowie eine Pipelinebaustelle. Rund 3.000 Klimaaktivisten protestierten auf der Baustelle der Zeelink-Gaspipeline und vor dem Gaskraftwerk Lausward in Nordrhein-Westfalen.

“Wir sind heute hier, um fossiles Gas als Klimakiller zu entlarven. Sauberes Erdgas ist eine schmutzige Lüge. Es ist Wahnsinn, Milliarden in Erdgas, Pipelines und Fracking-Häfen zu investieren statt in erneuerbare Energien. Erdgas ist eine fossile Sackgasse und keine Brücke in die Zukunft”, sagt Kim Solievna, Sprecherin der Initiative.

Es ist das erste Mal, dass “Ende Gelände” und andere Klimaaktivisten bei ihren Aktionen direkt die neuen Gasinfrastrukturen zum Ziel machen. In Norddeutschland unterstützen die Bundes- und Landesregierungen gegenwärtig den geplanten Bau von drei Flüssiggashäfen mit erheblichen Summen aus dem Steuertopf. Kritiker monieren vor allem, dass diese Infrastrukturen dafür geeignet sind, mithilfe von Fracking gewonnenes Erdgas aus den USA und Australien zu importieren, das dafür zu LNG verflüssigt werden muss.

Beim Fracking, der LNG-Herstellung und dem Schiffstransport tritt jedoch massiv Methan aus, ein Gas, das kurzfristig – in den nächsten 100 Jahren – noch sehr viel stärker als Treibhausgas wirkt als CO2. Experten gehen davon aus, dass die Klimabilanz von LNG mindestens genauso schlecht ist wie der von Kohle. Dies hindert die Öl- und Gaskonzerne jedoch nicht daran, Erdgas aggressiv als angeblich grüne Alternative zu vermarkten.

Wenige Tage nach den Protestaktionen in Nordrhein-Westfalen wenden sich nun über 100 kanadische, deutsche und internationale Bürgerinitiativen mit einem offenen Brief an die deutsche Botschaft in Ottawa.

Sie protestieren gegen die Unterstützung der Bundesregierung für ein besonders skandalöses Projekt, das geplante Terminal für den Export von Flüssigerdgas in Goldboro, und verlangen Auskunft über die Beteiligung des deutschen Steuerzahlers.

Wacklige Finanzierung, schwierige Aussichten, umweltfeindliches Projekt

Schon im Jahr 2013 unterschrieb das kanadische Unternehmen Pieridae Energy einen 20-jährigen Liefervertrag mit dem deutschen Energiekonzern Uniper. Das Unternehmen ist in Deutschland an dem, ebenfalls von der Bundesregierung subventionierten,

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