Widerstand als Lebensform

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03-10-20 09:27:00,

Politiker — so könnte man nach Jahren zermürbender „Reformpolitik“ meinen — sind Personen, die wir dafür bezahlen, dass sie Verschlechterungen für unsere Lebenssituation ersinnen und durchsetzen. Von dem Geld, das wir ihnen geben, bezahlen wir obendrein noch den Propagandaapparat, mit dessen Hilfe uns die betreffenden Verschlechterungen als Verbesserungen — oder als schicksalhafte Notwendigkeiten — verkauft werden sollen. Im Fall der „Corona-Maßnahmen“ konnten wir diesen Effekt in drastischer Weise beobachten. Nach kurzem Aufbegehren duckt sich das Volk stets aufs Neue unter die Knute vermeintlicher ökonomischer und gesundheitlicher Sachzwänge: „Na gut, wie ihr wollt, Hauptsache, wir dürfen überhaupt noch ein bisschen leben und arbeiten.“ Natürlich — die Politiker meinen es ja nicht böse, sie können halt leider Gottes nur so viel Geld ausgeben, wie sie haben, und auf rätselhafte Weise wird das immer weniger.

Dabei wäre das Geld für die wesentlichen sozialen und ökologischen Aufgaben unserer Zeit da, es ist nur — wie so oft in der Geschichte — ungerecht verteilt. Und man lässt eben lieber breite Bevölkerungsschichten verarmen oder — wie in vielen Ländern der Dritten Welt — verrecken, bevor man sich an das geheiligte Recht auf Privateigentum (das heißt auf Erträge aus Wucherzinsen) heranwagt „Es ist genug da für jedermanns Bedürfnisse“, sagte Gandhi, „aber nicht für jedermanns Gier.“

So ist das Wort „Reform“ mittlerweile bis zum Überdruss pervertiert worden, obwohl es ursprünglich Hoffnung weckte.

Als „Reform“ definiert die Politikerkaste heute graduelle Verschlechterungen unserer Lebensqualität, die sie über uns verhängt, um den Besitzern ohnehin großer Vermögen ein weiteres unbegrenztes Vermögenswachstum zu ermöglichen.

Die „Volksvertreter“ verwandeln sich mehr und mehr in „Steuerpächter“, vergleichbar etwa der Figur des Zöllners Zachäus im Evangelium: Steuereintreiber im Dienst einer fremden, übernationalen Besatzungsmacht. Aufgabe dieser Zöllner ist es, den geordneten Transfer der von den Leistungsträgern erwirtschafteten Werte in die Hände weniger Bezieher leistungsloser „Einkommen“ zu sichern.

Was die Raubzüge des internationalen Finanzkapitals betrifft, so fehlt es mittlerweile nicht an brillanten Analysen und herzzerreißenden Elegien. Es kommt aber nicht darauf an, über die Hand, die in unsere Taschen greift, zu klagen, sondern sie zu stoppen. „Nicht das Volk sollte seine Regierung fürchten, sondern die Regierung das Volk“, heißt es im Skript des Hollywood-Films „V for Vendetta“ — geschaffen von den genialischen Wachowski-Geschwistern („Matrix“). Zum Zustand unserer gegenwärtigen politischen Landschaft empfehle ich auch meinen Artikel „Demokratie auf Abwegen“.

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