Chronologie des Krieges zwischen Aserbeidschan und Armenien um Bergkarabach | Anti-Spiegel

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04-10-20 01:02:00,

Der Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien weitet sich aus. Hier finden Sie eine detaillierte Chronologie der Ereignisse seit Ausbruch der Gefechte.

Inzwischen scheint klar, dass es sich bei dem Krieg um eine geplante Offensive Aserbaidschans zur Rückeroberung von Bergkarabach handelt. Baku spricht offen von dem Willen zur Rückeroberung des Gebietes. Unterstützt wird Baku dabei von der Türkei.

Zum Verständnis, weil das Gebiet für deutsche Leser sehr fremd ist: Armenien mit der Hauptstadt Eriwan ist eine christliche Kaukasusrepublik, das islamische Aserbaidschan mit der Hauptstadt Baku ist der andere Konfliktteilnehmer. Kern des Konfliktes ist die Region Bergkarabach, die völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt ist. Daher kam es ab 1988 zu Kämpfen in der Region und dann zu einem Waffenstillstand 1994, bei dem Bergkarabach zu einer international nicht anerkannten Republik wurde, die von Armenien unterstützt, aber nicht anerkannt wird.

Politischen Sprengstoff hat der Konflikt, weil Armenien Mitglied der OVKS ist, das ist ein Militärbündnis einiger Nachfolgestaaten der Sowjetunion, zu dem auch Russland gehört. Sollte Armenien die OVKS um Hilfe bitten, kann der Konflikt eskalieren.

Da die Türkei Aserbaidschan offen unterstützt, könnte sich der Konflikt zu einem Flächenbrand ausweiten und aufgrund der bei vielen Themen engen Zusammenarbeit zwischen Russland und der Türkei auch Folgen über die Region hinaus haben. Andererseits sind beide Länder bei vielen Projekten (zum Beispiel Turk Stream) aufeinander angewiesen und an einem Konflikt kann keine Seite interessiert sein. Trotzdem pokert Erdogan hoch und spielt mit dem Feuer.

Andererseits dürfte sich die Nato kaum auf die Seite der Türkei stellen, da die Nato sich bisher neutral verhält und die Äußerungen aus Nato-Staaten, die Partei ergreifen, ergreifen Partei gegen die Handlungen der Türkei.

Russland könnte sich noch aus einem anderen Grund gezwungen sehen, einzugreifen, denn wenn die Meldungen zutreffen, dass die Türkei Islamisten aus Syrien in die Region verlegt, dann würde Russland darin eine massive Bedrohung sehen. Von dort ist der Weg in dem unübersichtlichen Kaukasus auf russisches Gebiet nicht weit und Russland will das Einsickern von Islamisten aus Syrien um jeden Preis verhindern.

Ich habe hier eine Chronologie der Ereignisse bis zum 2. Oktober übersetzt, die die russische Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht hat und die einen guten Überblick gibt. Hinzufügen möchte ich, dass sich die Ereignisse seitdem überschlagen, teilweise hat die TASS derzeit fünf und mehr Meldungen aus dem Konfliktgebiet pro Stunde.

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