Danone-Konzern hielt Wasser-Gutachten zurück

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04-10-20 11:31:00,

Der Danone-Konzern verbraucht in Volvic 10 mal mehr Wasser als alle 4500 Bewohner/innen zusammen

Tobias Tscherrig / 04. Okt 2020 –

Der Danone-Konzern fördert in Volvic riesige Mengen an Wasser. Nun versiegt ein Bach. Ein warnendes Gutachten blieb geheim.

In Zusammenarbeit mit dem Journalisten-Kollektiv «We Report» und der Unterstützung durch «Journalismfund.eu» veröffentlichte «Die Zeit» kürzlich eine Recherche, die den Kampf um die Ressource Wasser einmal mehr beispiellos skizziert. Im Mittelpunkt steht der Danone-Konzern aus Paris mit 25 Milliarden Euro Jahresumsatz, der in der französischen Gemeinde Volvic riesige Mengen Wasser fördert, in Flaschen abfüllt und dabei verspricht, «nur so viel Wasser zu entnehmen, wie es die Natur erlaubt.»

Die von der «Zeit» aufgedeckte Realität sieht anders aus: Seit Jahren beobachten Anwohnerinnen und Anwohner, dass die lokalen Bäche weniger Wasser führen, während an einem einzigen Tag mehr als 200 Lastwagen und einige Dutzend Güterzüge die Abfüllanlage von Danone in Volvic verlassen und Mineralwasser in Plastikflaschen an die Supermärkte in aller Welt liefern. Nun ist ein Bach versiegt – und der Konzern hat ein warnendes Gutachten zurückgehalten.

Ortsansässiger Unternehmer gegen Weltkonzern

«Die Zeit» beruft sich in ihrer Recherche auf vertrauliche Dokumente, die auch der französischen Internetzeitung «mediapart» vorliegen. Diese Dokumente sollen nicht nur den Verdacht eines Zusammenhangs zwischen der massenhaften Förderung von Mineralwasser und der Wasserknappheit der Region erhärten, sondern auch darauf hindeuten, dass der Danone-Konzern und die Behörden seit Jahren von diesem Zusammenhang wissen.

Es ist der ortsansässige Unternehmer Edouard de Féligonde, der sich gemäss der «Zeit»-Recherche mit dem Weltkonzern Danone anlegt. Seit Jahrhunderten betreibt die Familie von de Féligonde in der Nähe von Volvic eine Fischzucht, die sogar zum historischen Erbe von Frankreich erklärt wurde. Das Wasser für die verpachteten Becken der Fischzucht stammt eigentlich vom Bach Gargouilloux, der auch Trinkwasser für die Region liefert. Allerdings sitzt de Féligonde seit zwei Sommern auf dem Trockenen, der Zubringer-Bach liefert kein Wasser mehr. Wie die «Zeit» schreibt, soll es rund acht Millionen Euro kosten, die Fischzucht wieder herzurichten. Das Geld wolle sich de Féligonde von Danone holen, denn der Konzern sei schuld am Wassermangel.

Kein einfaches Unterfangen, wie die «Zeit» schreibt: «Den Zusammenhang zwischen Mineralwasserförderung und versiegenden Bachläufen konkret zu beweisen ist schwierig.

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