Illegale Billionen-Geschäfte von Banken

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04-10-20 01:00:00,

Symbolfoto: Pexels

  1. Illegale Billionen-Geschäfte von Banken

  2. “Kriminelle Handlungen von Einzelpersonen”


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Nach der Aufdeckung von illegalen Geschäften zahlen Banken wie die US-Großbank JP Morgan Rekordstrafen, die sie nicht wirklich stören und ohnehin werden sie als “too big to fail” im Notfall aufgefangen

Gerade musste die größte US-Bank JP Morgan die Rekordstrafe in Höhe von 920 Millionen US-Dollar bezahlen, die jemals von der Derivateaufsicht in den USA ausgesprochen wurde. Die Großbank ist wieder einmal bei illegalen Geschäften erwischt worden.

Sie zahlte in einem Vergleich also fast eine Milliarde Dollar freiwillig, um die jahrelangen Ermittlungen der Aufsichtsbehörde für den Derivatemarkt zu beenden. Die Bank hatte eingeräumt, dass einige ihrer Händler zwischen 2009 und 2016 falsche Order zum Kauf und Verkauf von Termingeschäften für Gold, Silber, Platin und Palladium platziert hatten.

“Spoofing”

Tatsächlich wollten die Trader aber weder etwas kaufen noch verkaufen. Schon über das gezeigte große Interesse wurden aber die Preise manipuliert. Es soll allein in diesem Rahmen von illegalen Derivate-Geschäften für Edelmetalle anderen Händlern ein Schaden von 311 Millionen Dollar entstanden sein. Solche illegalen Machenschaften nennt man in der Finanzbranche “Spoofing” (Verschleierung), die allerdings erst 2010 verboten wurden. Ganz ähnlich wurde von Tradern auch mit US-Staatsanleihen verfahren, womit ein Schaden von weiteren gut 100 Millionen Dollar entstanden sein soll.

Es handelt sich um die bisher höchste Strafe, die von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ausgesprochen wurde. Allerdings beläuft sich real die Strafe nicht auf 920 Millionen, sondern nur 436,4 Millionen Dollar. Denn 311,7 Millionen davon fließen als Entschädigungen und 172 Millionen gelten als Abschöpfung von Vermögensvorteilen aus illegalen Geschäften, geht aus einer Erklärung der Derivateaufsicht hervor.

“Spoofing ist schlicht und einfach illegal”, sagte der CFTC-Präsident. Die Rekordstrafe zeige die Entschlossenheit der CFTC “hart gegen die vorzugehen, die absichtlich gegen unsere Regeln verstoßen, ganz gleich, wer sie sind”, erklärte Heath P. Tarbert. “Versuche, unsere Märkte zu manipulieren, werden nicht toleriert.”

Dazu passt aber nicht wirklich, dass die Strafverfolgung aufgeschoben wurde. Dafür muss die Bank nun über drei Jahre der Regierung ihre Bemühungen aufzeigen, wie sie Abhilfe schafft, um die geltenden Vorschriften einzuhalten. Die Bankführung zeigte – wieder einmal – Reue.

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