Der Fallzahlen-Fake

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07-10-20 02:53:00,

„Mehr Fälle“, hört man. Ein neuer Lockdown? Weil ich diese Nachrichten für unglaubwürdig halte, habe ich mir einmal wieder die Daten angesehen — nicht die „Zahlen“, die ja immer noch in unglaublich inkompetenter Weise unstandardisiert in den Medien kolportiert werden.

Die Abbildung 1 zeigt die Fallzahlen in Europa, die auf die Anzahl der Tests in jedem Land standardisiert sind, ausgedrückt in Prozent für den 15. August 2020 und für den 25. September 2020.

Zum Nachlesen für unsere — in Physik promovierte — Kanzlerin, die behauptet hat, wir hätten in Europa steigende Fallzahlen. Und für alle anderen, die den Unterschied zwischen standardisierten und nicht standardisierten Zahlen nicht kennen: Es handelt sich um die Anzahl der Fälle in einem Land gerechnet auf die Anzahl der Tests, ausgedrückt in Prozent. Wenn also an der Skala links eine „16“ steht, dann heißt das, dass in einem Land 16 Prozent aller Getesteten als Sars-CoV-2-Fälle identifiziert worden sind — und dies für den 15. August 2020 und den 25. September 2020, also in der zeitlichen Entwicklung.

Weil häufig die gleichen Leute öfter getestet werden, ist das nicht identisch mit der Anzahl Menschen, aber approximativ, also annähernd. Alle Daten von Worldometer, Zugriff am 15. August und 25. September 2020.

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Abbildung 1: Prozentuale Anzahl der CoV2-Fälle in einem Land, gerechnet auf die Anzahl der durchgeführten Tests am 15. August 2020 (blau) und am 25. September 2020 (rot) für alle europäischen Länder.

Es gibt in einigen Ländern einen leichten Anstieg der auf Tests standardisierten Fälle. Von hinten her gesehen in der Ukraine, Slowakei, Slowenien, Montenegro, Moldawien, Liechtenstein, Ungarn, Frankreich, Spanien, Tschechien; ganz geringfügig in Bosnien (von 10,76 auf 11,39 Prozent) und Österreich (von 2,32 auf 2,71 Prozent). Es gibt leichte Abfälle in Belgien, Deutschland, Finnland, der Isle of Man, in Irland, Italien, Holland, Nord Mazedonien, Norwegen, San Marino, Serbien, Schweden, in der Schweiz und Großbritannien (dem Boris Johnson soeben einen neuen teilweisen Lockdown verpasst).

Für Deutschland ist ein Rückgang von ohnehin niedrigen 2,17 Prozent positiver Tests auf 1,80 Prozent zu vermelden.

Zur Erinnerung: Die Falsch-positiv-Rate des PCR Tests liegt bei circa 2,1 Prozent, eingerechnet die falsch als Sars-CoV-2 identifizierten anderen Coronaviren (1). Das heißt, 20 Länder von den insgesamt 47 — einschließlich Deutschland — liegen unter dieser Nachweisschwelle und schwimmen im statistischen Rauschen.

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