Wenn das Lachen vergeht: Die politische Korrektheit verbietet es!

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06-10-20 10:01:00,

Wenn das Lachen vergeht

Die politische Korrektheit verbietet es!

von Egon W. Kreutzer, Elsendorf

Laufenlernen-Laufen-lernen-Baby-Kleinkind-Sitzen-Krabbeln-Kinder-Balance-Koerpergefuehl-Kritisches-Netzwerk-erste-Schritte-Motorik-Bewegungsentwicklung-BewegungsdrangLachen ist ein Ausdruck des lebensbejahenden Charakters, der zur Not auch über sich selbst und sein Missgeschick nicht in Tränen und Trauer ausbricht, sondern den Fehler erkennt und darüber lacht, dass er so dumm sein konnte, bevor er sich daran macht, es besser zu machen.

Die Voraussetzung für das Lachen ist die Freiheit, Fehler korrigieren zu können.

Wenn Eltern unwillkürlich lachen, weil sich das Kind beim Laufenlernen urkomisch anstellt, dann steht dahinter das Wissen darum, dass das Kind damit seinen Erfahrungsschatz erweitert und aus dem soeben gemachten Fehler lernen wird.

Wenn wir über einen guten Witz lachen, dann nur, weil wir den eingebauten Fehler, der zur Pointe führt, erkennen und uns dabei selbst versichern, den gleichen Fehler vermeiden zu können.

Erst wenn unsere Freiheit nicht mehr ausreicht, Fehler korrigieren zu können, erstirbt das Lachen.

Mir fällt auf, dass immer weniger gelacht wird. Das heitere, befreiende Lachen ist auf dem Rückzug. Noch wird es substituiert durch Gelächter. Gelächter, die hässliche Schwester des Lachens, die ihre Energie aus Häme und Schadenfreude bezieht und die Möglichkeit der Fehlerkorrektur ausschließt, die hinter jedem Irrtum einen Deppen, hinter jedem misslungenen Versuch gleich den Versager erkennt, hat ihren Höhepunkt jedoch auch schon hinter sich.

Das ist nicht verwunderlich. Häme und Schadenfreude sind inzwischen gleichbedeutend mit Hass und Hetze, Gelächter diskriminiert und wird damit zum sanktionswürdigen Verhalten. Wer, weil er nicht mehr lachen kann, dem Gelächter frönt, wird ausgegrenzt.

► Staatskabarett

Ein kurzer Abriss über die Geschichte des „Staatskabaretts“ mag hilfreich sein, diese Veränderungen zu erkennen. Damit meine ich Formen des politischen Kabaretts, die es in die öffentlich rechtlichen Medien geschafft haben. Daneben gab es stets – in größerer Quantität – „Staatsblödeleien“, deren Anspruch lediglich darin bestand, Pointen ohne politischen, meist nicht einmal mit aktuellem Bezug abzuschießen. Zu diesen Staatsblödeleien, die handwerklich teils sogar sehr gut gemacht waren, zähle ich die Sendungen Didi Hallervordens ebenso wie den unnachahmlich Bühnenhüpfer Otto, aber auch Loriot, und viele, die es weniger weit gebracht haben.

Dieter Hildebrandt, Münchner Lach- und Schießgesellschaft Das Staatskabarett im öffentlich rechtlichen Fernsehen hat nach meiner Einschätzung mit Dieter Hildebrandt begonnen. Dass es gelungen ist, die ‘Münchner Lach- und Schießgesellschaft’ ins Fernsehen zu bringen,

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