Die Armenier: Ein erneuter Kampf ums Überleben

die-armenier:-ein-erneuter-kampf-ums-uberleben

08-10-20 07:30:00,

  1. Die Armenier: Ein erneuter Kampf ums Überleben

  2. Quellenverzeichnis


  3. Auf einer Seite lesen

Hintergrund zum Konflikt zwischen Aserbeidschan und Armenien um Bergkarabach oder Arzach

Mit überlegener militärischer Macht, überrennen die autokratischen Regime der Türkei und Aserbaidschans, eine der einzigen demokratischen und christlichen Nationen der Region. Während die internationale Gemeinschaft durch die Pandemie abgelenkt ist, fürchten die Armenier – nach 105 Jahren – die Fortsetzung des Völkermords und das Ende ihrer Existenz.

Am Sonntagmorgen, dem 27. September, griff Aserbaidschan mit militärischer Unterstützung aus der Türkei und jihadistischen Söldnern aus Syrien das kleine Volk der Armenier an, um kleines Stück Land, bekannt als Bergkabach oder Arzach, zu erobern. 1 Dieser Angriff, in der Nähe des Kaukasusgebirges am südöstlichen Rand Europas, ist die größte Eskalation seit dem Ende des Bergkarabachkriegs in 1994. Mit Hunderten, wenn nicht gar Tausenden, Toten innerhalb von einer Woche, entwickelt sich der Krieg zu einem der blutigsten Kriege des Jahres.

Der Großteil der Medien, wiederum, scheuen sich den aserbaidschanischen Angriff auf die Armenier zu verurteilen und schaffen gleichzeitig eine irreführende Darstellung der Gleichstellung zwischen Armeniern und Aserbaidschan. Somit werden die Angreifer und die Opfer gleichermaßen für die Eskalation der Gewalt verantwortlich gemacht und gleichermaßen dazu aufgefordert das Kämpfen einzustellen. Dieser Beitrag klärt über die historischen Hintergründe des Konflikts auf und erläutert, weshalb die Aggressoren es schaffen sich internationaler Rechenschaft zu entziehen.

Wem gehört Bergkarabach?

Des Öfteren wird in den westlichen Medien berichtet, dass Bergkarabach eine von Armenien besetzte Region Aserbaidschans ist. Hierbei wird stets auf die Integrität der Grenzen Aserbaidschans verwiesen und lediglich am Rande erwähnt, dass Bergkarabach (‚Arzach’ auf Armenisch) “seit [mehreren] Jahrhunderten” mehrheitlich von ArmenierInnenn bewohnt ist, wie es auch die Kaukasus-Expertin Silvia Stöber jüngst bestätigte.2

Die Tatsache, dass Bergkarabach völkerrechtlich nur zu Aserbaidschan gehört, weil es in den 1920ern während der Sowjetherrschaft unter Stalins Aufsicht – gegen den Willen der Bevölkerung- beschlossen wurde, wird leider oft gänzlich komplett missachtet.3 Dazu sei auch gesagt, dass schon damals die lokale Bevölkerung zu über 94% aus ArmenierInnen bestand und es großen sozialen Widerstand gegen die Entscheidung aus Moskau gab.4

Um den Widerstand einzudämmen und den Autonomieansprüchen der Bergkarabach-ArmenierInnen entgegenzukommen, wurde eine semi-autonome Region namens Nagorno-Karabach kreiert (siehe Karte).

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: