Angst im Herbst

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10-10-20 12:05:00,

Im Herbst fallen die Blätter – und steigen in jedem Jahr die Zahlen der Erkältungsinfektionen durch entsprechende Erreger. Und in diesem Herbst steigen die als „Infektionszahlen“ gemeldeten positiven Ergebnisse der Tests auf das Virus Sars-Cov 2. Das wird in diesem Jahr erstmals intensiv beobachtet und verfolgt.

Dieses Coronavirus löst laut Weltgesundheitsorganisation WHO die Atemwegserkrankung Covid-19 aus. Deshalb wurde im März dieses Jahres die Covid-19-Pandemie ausgerufen. So viel Aufmerksamkeit bekam bisher kein Erreger einer Erkältungskrankheit, auch nicht der Influenza, selbst wenn sie immer wieder auch zu massenhaften Todesfällen führten – ganz zu schweigen von anderen Krankheits- und Todesursachen.

Was für diese Jahreszeit zu erwarten war, löst neue Angst- und Panikmache durch regierende Politik und tonangebende Medien aus. In der Folge wird das gesellschaftliche Leben wieder stärker eingeschränkt, werden die Daumenschrauben für die Bürger erneut Stück für Stück angezogen. Grundlage dafür sind die täglichen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), das von dem Tiermediziner Lothar Wieler geleitet wird und dem Bundesgesundheitsministerium untersteht.

Am Donnerstag erklärten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Wieler auf einer Pressekonferenz mit Wissenschaftlern und Medizinern, wie besorgt sie angesichts der steigenden Zahlen sind. Der RKI-Direktor nannte dabei die positiven Testergebnisse gleich „Fallzahlen“. Das Institut meldete an dem Tag erstmals seit dem Frühjahr wieder mehr als 4.000 Infektionen mit Sars-Cov 2.

Spahn gestand „an dieser Wegmarke der Pandemie“ zwar ein, dass die Sterbezahlen „im Zusammenhang mit Covid-19“ ebenso wie die intensivmedizinisch behandelten Fälle „noch vergleichsweise niedrig“ seien. Das Gesundheitssystem könne damit auch sehr gut umgehen. Noch im April hatte er vor einem „Sturm“ auf die Intensivstationen der Krankenhäuser gewarnt – Wieler befürchtete damals „italienische Verhältnisse“.

Auf der Pressekonferenz verkürzte der Minister mit Blick auf die jüngeren Menschen, die vermehrt positiv getestet werden, die Fakten: „Eine Corona-Infektion ist und bleibt eine ernsthafte Erkrankung.“ Das gelte insbesondere für Ältere, aber auch die Jüngeren dürften sich nicht für „unverletzlich“ halten, wenn sie reisen und Party feiern. Selbst beim RKI ist noch zu lesen, dass das Virus bei den meisten Betroffenen wie alle Coronaviren eine milde Erkrankung auslöst.

Zahlreiche Wissenschaftler und Mediziner haben seit Langem darauf hingewiesen, dass eine Infektion nicht mit einer Erkrankung gleichzusetzen ist.

Doch das kümmert den Minister anscheinend kaum. Mit Blick auf die Lage in Berlin sprach er von einem „sorglosen und zum Teil ignoranten Umgang mit der Pandemie“.

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