Der Mangel an Mut

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10-10-20 12:05:00,

Andrea Drescher: Frau Dr. Javid-Kistel, können Sie sich kurz vorstellen?

Dr. Javid-Kistel: Ich kam 1966 in Gardelegen in Sachsen-Anhalt zur Welt und habe inzwischen drei erwachsene Kinder und vier Enkel. 1985 begann ich mein Studium der Humanmedizin an der Leipziger Universität. Ich war massiv unzufrieden mit der Situation in der DDR. Wir haben in einer Diktatur gelebt, ohne Pressefreiheit, Meinungsfreiheit oder Reisefreiheit. Ich habe damals nicht an den friedlichen Wandel geglaubt.

Noch im September 1989 flüchteten mein Mann, meine 11 Monate alte Tochter und ich in unserem Trabbi über Ungarn in die BRD, wo ich ab April 1990 mein Studium an der Georg-August-Universität in Göttingen fortsetzen konnte. Schon während meiner schulmedizinischen Ausbildung belegte ich Vorlesungen und Seminare für Homöopathie, die am Klinikum Göttingen regelmäßig angeboten wurden. Aufgrund von schwerem Asthma, zahlreichen Allergien und ständiger Infektanfälligkeit wurde ich selbst homöopathisch behandelt und vollständig geheilt. Durch diese Motivation absolvierte ich noch eine dreijährige Zusatzausbildung Homöopathie für Ärzte und betreibe seit 1998 meine eigene homöopathische Privatpraxis in Duderstadt. Neben Homöopathie nutze ich weitere Naturheilverfahren, um Patienten möglichst schonend und nebenwirkungsfrei zu behandeln.

Warum eine Privatpraxis?

Da Homöopathie keine Kassenleistung ist, habe ich keine Kassenzulassung beantragt. Das ist jetzt ganz ein großer Vorteil, man kann mir also nicht mit Entzug der Zulassung drohen und nur bei schweren Fehlern gegenüber meinen Patienten die Approbation entziehen.

Wie stehen Sie zur Schulmedizin?

Sie ist für mich unverzichtbar in der Diagnostik und kommt auch immer dann zum Einsatz, wenn weder die Homöopathie noch die Naturheilverfahren ausreichen, um die Selbstheilungskräfte entsprechend anzuregen. Dann kommt — wenn auch sehr sehr selten — zum Beispiel ein Antibiotikum oder ein Schmerzmittel zum Einsatz. Impfen dagegen lehne ich inzwischen komplett ab.

Warum?

Anfänglich habe ich auf ausdrücklichen Wunsch von Eltern noch einige Kinder nach dem 3. Lebensjahr geimpft — gegen ausgesuchte Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus und Polio. Es kam aber mehrfach danach zu allergischen Reaktionen, sodass ich dann vollständig davon abgesehen habe. Seit 20 Jahren impfe ich nicht mehr, denn ich habe inzwischen Tausende Patienten mit schweren Impfschäden in der Praxis behandelt, aber niemanden, der durch Nicht-Impfen irgendwie zu Schaden gekommen ist. Darum bin ich auch im Netzwerk Impfentscheid Deutschland aktiv.

Was bedeutet für Sie „aktiv”?

Seit die Entscheidung zur Masern-Impfpflicht 2019 anstand,

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