Zur neuen Sozialenzyklika von Papst Franziskus

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12-10-20 07:34:00,

Der katholische Theologe und Ratsherr in der Stadt Oldenburg Jonas Christopher Höpken macht die NachDenkSeiten auf die neue Sozialenzyklika aufmerksam und hat dazu einen begleitenden Text geschrieben. Siehe unten. Bei der Enzyklika handelt es sich nach seiner Überzeugung um einen kapitalismus- und gesellschaftskritischen Aufruf. Das ist unmittelbar nach der Veröffentlichung nicht hinreichend wahrgenommen worden; die Veröffentlichung wurde von konservativer Seite auch bewusst eher gedeckelt. Dann erschienen Kritiken – vom Ifo-Institut und von der katholischen Bischofskonferenz zum Beispiel. Albrecht Müller.

Hier zunächst die beiden Kritiken:

  1. die ausführliche Kritik des Ifo-Institutes.
  2. hier ein Beispiel, wie Reaktionäre versuchen, die Botschaft von Papst Franziskus ins Gegenteil zu verkehren, in diesem Fall die bekanntlich extrem konservative polnische Bischofskonferenz. Die Kritik des Ifo-Institutes ist darin auch erwähnt.

Und hier der Text von Jonas C. Höpken: 

Diese Wirtschaft hört nicht auf zu töten!
Sozialenzyklika von Papst Franziskus forderte andere Weltordnung 

Kein Wunder, dass der Chef des Ifo-Institutes Clemens Fuest die neue Sozialenzyklika „Fratelli tutti“ scharf kritisiert; er unterstellt dem Autoren Papst Franziskus Lügen, Fehler und Vorurteile. Vom Oberhaupt einer allgemein als konservativ geltenden Institution mit einem politisch derart systemkritischen Pamphlet konfrontiert zu werden, das auch noch beansprucht, ein global geltendes verbindliches kirchenamtliches Dokument von hohem Gewicht zu sein – das macht wütend! Ein großer Teil der konservativen und neoliberalen Welt innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche wird allerdings den geschickteren Weg wählen und die Enzyklika versuchen wegzuloben, also ein paar warme Worte darüber verlieren und darauf hoffen, dass sie so schnell wie möglich vergessen wird. Genau das darf nicht passieren. Das Lehrschreiben von Papst Franziskus hat es in sich und verdient Aufmerksamkeit und Verbreitung.  

Die Enzyklika wendet sich ausdrücklich an alle Menschen guten Willens, also gerade auch an die nichtkatholische oder nichtgläubige Mehrheit der Welt. Ihre offensichtliche Zielsetzung:  den Menschen Mut machen, dass es „trotz alledem“ der einzig richtige Weg ist, sich gegen das herrschende politisch-ökonomische Paradigma und für eine andere Weltordnung einzusetzen. Der Papst analysiert die Gegenwart, entwirft eine Perspektive für die Zukunft und ermutigt zum politischen Engagement im Sinne einer progressiven und emanzipatorischen Politik. Dabei legt er ein erstaunliches Maß an umfassender und treffsicherer Analyse der Ausprägungen der jetzigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und großen Mut beim Entwurf seiner Gegenperspektive an den Tag.

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