Corona und Umfragen: Die simulierte Übereinstimmung

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13-10-20 02:41:00,

Wenn wir „den Umfragen“ glauben, dann herrscht ein großer Konsens: „Mehrheit der Deutschen mit Corona-Maßnahmen einverstanden“ heißt es, oder: „Mehrheit befürchtet zweite Corona-Welle“. Jetzt bescheinigt eine Umfrage auch den Medien: „Mehr Menschen halten Medien in Deutschland für glaubwürdig“. Aber: Wie weit ist diesen Umfragen zu glauben? Darf die Demoskopie die Demokratie ersetzen? Profitieren die Medien von der selber geschürten Angst? Von Tobias Riegel.

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Ein Notstand ist eine Zeit, in der einige demokratische Mechanismen bewusst ausgesetzt werden. Im aktuellen, mit der Corona-„Pandemie“ begründeten Zustand ist das ähnlich. Die wegen der Corona-Praxis fehlende demokratische Basis vieler aktueller Verordnungen soll darum auch durch regelmäßig veröffentlichte Umfragen einen „Ersatz“ finden. So wird eine „Überprüfung“ der Maßnahmen durch die Bürger simuliert, die Maßnahmen gelten bei „Zustimmung“ als gerechtfertigt. Diese Praxis wäre bereits dann kritikwürdig, wenn die Umfragen vom Verdacht der Manipulation freigesprochen werden könnten. Das ist aber nicht der Fall. Und so kommt zur fragwürdigen Praxis einer mit den Mitteln der Demoskopie simulierten Demokratie der dubiose Charakter vieler Meinungsumfragen noch hinzu, der weiter unten verdeutlicht wird.

„Mehrheit erfolgreich mit Angst aufgeladen“

Aufgrund solcher „Umfragen“ wird ein ums andere Mal verkündet: „Mehrheit der Deutschen laut Umfrage mit Corona-Maßnahmen einverstanden“. Interessant sind auch Ergebnisse wie das folgende, in dem sich nicht eine Meinung der Bürger spiegelt, sondern genau die Bürger-Ängste abgerufen werden, die Medien und Politik zuvor selber geschaffen haben: „Mehrheit befürchtet zweite Corona-Welle“. Dieser Satz sagt nichts über die rationale Basis dieser Furcht vor einer „Zweiten Welle“ aus, er bestätigt nur den Erfolg, den sich viele große Medien bei der unverantwortlichen Panikmache anrechnen können. Diese Umfrage wurde übrigens „im Auftrag der Ergo-Versicherung“ durchgeführt. Der Titel des Artikels könnte auch lauten: „Mehrheit erfolgreich mit Angst aufgeladen“.

Nun hat eine neue „Studie“ von WDR und Infratest dimap Wahlberechtigte in Deutschland zu ihrem Vertrauen in die Arbeit der Medien befragt. Demnach würde die Corona-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und in Tageszeitungen durch die Deutschen überwiegend positiv beurteilt. Insgesamt zwei Drittel würden die Informationen in deutschen Medien für glaubwürdig halten – so viele wie noch nie. Tageszeitungen und öffentlich-rechtliche Sender würden von drei Viertel bzw.

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